Formel 1

Vettel kritisiert Mercedes‘ DAS-System

Vettel Ferrari Barcelona
Ferrari-Star Vettel in Barcelona. Credit: Ferrari
F1 Insider
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Sebastian Vettel nimmt Mercedes‘ DAS unter die Lupe und sieht das revolutionäre Steuerungssystem kritisch

Würde Ferrari alleine in Barcelona testen, müsste Sebastian Vettel ziemlich zufrieden sein mit seinem neuen Ferrari SF1000: „Ich bin nach diesem ersten Halbtag mit einem Lächeln im Gesicht ausgestiegen“, verrät er. „Der Wagen macht, was er machen sollte, wie auch Charles vor mir festgestellt hat.“

Allein: Wirklich schnell ist der rote Renner noch nicht unterwegs auf dem Circuit de Catalunya. Ferrari kam an beiden Tagen nicht unter die besten Fünf. Vettel räumt ein: „Auf den ersten Blick ist die Konkurrenz flotter unterwegs als wir, aber wir stehen ja ganz am Anfang und im Zentrum stehen noch nicht die besten Rundenzeiten, sondern Basisarbeit – Zuverlässigkeit, aerodynamische Abgleiche, Abstimmung.“

Wichtig: In den Kurven – 2019 noch Ferraris Achillesferse – spürt Vettel Fortschritte. „Ich weiß jetzt schon: In den Kurven haben wir einen Fortschritt erreicht. Was dies für die Top-Speed bedeutet, gerade gemessen an den Gegnern, ist derzeit kaum abzuschätzen. Denn wie gesagt: Wir stehen noch ganz am Anfang. Wir wussten genau, in welchen Bereichen wir zulegen wollten, da sehe ich uns auf Kurs.“

Wenn da nicht Mercedes mit seinem DAS (mehr hier!) wäre, dem revolutionären System, mit dem der Fahrer während der Fahrt die Spur verstellen und so die Reifentemperatur beeinflussen kann.

„Die Tatsache, dass sie DAS einsetzen, beweist mir, dass dieses System legal ist“, sagt der Deutsche und gibt zu: „Für uns war das eine große Neuigkeit. Wie sehr dies das Kräfteverhältnis beeinflussen könnte, wird sich zeigen. Ob und wie sich das System kopieren lässt, weiß ich nicht, denn mir ist nicht klar, wie es im Detail funktioniert und wir sehen ja nicht, wie es im Auto untergebracht ist.“

Und wie bewertet er DAS als Fahrer? Vettel kritisch: „Ich kann mir vorstellen, dass sich das für die Fahrer ein wenig merkwürdig anfühlt, das Lenkrad so herumzuschieben. Stell dir vor, du gehst jeden Tag joggen, mit ganz normalen Laufschuhen. Und dann sagt dir einer: ‘Ab jetzt läufst du mit Flip-Flops.’ Das geht auch, aber es fühlt sich gewiss anders an. Und eigentlich sollten wir das Steuer fest in der Hand halten und nicht das Gefühl haben, es fällt ab.“


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