Formel 1

Verstappen: „Red Bull einfach zu langsam“

Max Verstappen, Credit: M. Thompson/Getty Images
Max Verstappen, Credit: M. Thompson/Getty Images
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Red Bull wollte Mercedes in diesem Jahr herausfordern, doch beim Heimrennen wurde nichts draus.

Er hatte mit einer Wiederholung seines Vorjahressieges geliebäugelt, doch die Realität ist ernüchternd für Red Bull-Star Max Verstappen. Nach dem Doppelausfall beim Saisonauftakt wurde der Holländer beim zweiten GP Dritter – ohne Chance auf mehr.

Nachdem er sich lange auf Platz zwei hielt, zog kurz vor Schluss auch der zweite Mercedes mit Valtteri Bottas am Steuer am Red Bull-Wunderkind vorbei – nach einem sehenswerten Rad-an-Rad-Duell. Grund: Verstappens Reifen waren nach einem frühen ersten Stopp (zehn Runden früher als Bottas) nicht mehr in der Lage Gegenwehr zu leisten.

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Verstappen enttäuscht: „Ein Podium ist gut, aber wir waren einfach zu langsam. Das wird sich auch in Ungarn nicht ändern. Das Podium ist gut, aber wir haben viel zu tun.“

Alex Albon, Credit: Mark Thompson/Getty Images

Dazu kommt: Red Bull ist derzeit ein Ein-Wagen-Team. Nummer-zwei-Pilot Alex Albon war nie auch nur ansatzweise in der Lage mit Verstappens Tempo mitzuhalten. Zwischenzeitlich hatte der Brite mit thailändischem Pass mehr als 40 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen. Am Ende kam er nur deshalb noch mal ran an den Niederländer, weil Verstappen mit weichen Reifen und einem zweiten Boxenstopp die schnellste Rundenzeit jagen wollte.

Ralf Schumacher kritisiert Albon

Sky-Experte Ralf Schumacher kritisiert Albon: „Wir reden da immer von einer halben Sekunde Rückstand auf Verstappen, was im Renntrimm teilweise noch schlimmer wird. Die Frage, die sich Red Bull in Zukunft stellen muss: Brauchen sie einen zweiten, konkurrenzfähigen Fahrer, um Mercedes überhaupt attackieren zu können? So jedenfalls wird es nicht gehen.“

Albons ehrliches Statement nach dem zweiten Rennen der Formel-1-Saison 2020: „Mir hat etwas die Pace gefehlt, schon das ganze Wochenende über, wenn ich ehrlich bin. Das müssen wir uns anschauen.“

Für Dietrich Mateschitz muss die Erkenntnis nach dem GP der Steiermark ernüchternd sein. Der Red Bull-Boss hatte einen GP mit allem Tam-Tam ausgerichtet. Andreas Gabalier sang die Steirer-Hymne, Mateschitz‘ Flugzeug-Flotte kreiste währenddessen über dem Red Bull-Ring. Mateschitz persönlich war vor Ort und ließ sich auch einen Smalltalk mit Sebastian Vettel nicht nehmen.

Wirklich zufrieden sein kann er mit seinem Ein-Wagen-Team aber trotz der Mega-PR-Show nicht.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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