Formel 1

Wie Lauda versuchte, Newey zu Jaguar zu holen

Adrian Newey am Zeichenbrett. Credit: Red Bull
Adrian Newey am Zeichenbrett. Credit: Red Bull

Ist das Auto wichtiger als der Fahrer? Eine Frage, die Formel-1-Fans umtreibt. US-Legende Bobby Rahal glaubt jedenfalls daran, besonders wenn es um Red Bulls Adrian Newey geht

Ralf Bach
Ralf Bach

Eins ist klar im Motorsport: Ohne ein gutes Auto könnte auch ein Lewis Hamilton keine Titel erringen. Mit einem Stardesigner, der aus einem Haufen Schrauben, Flügel und einem Motor dagegen eine Rakete auf vier Rädern macht, können auch mittelmäßige Fahrer Weltmeister werden. Davon ist jedenfalls US-Rennsportlegende Bobby Rahal (67) überzeugt.

Der ehemalige Indy-500-Gewinner und Ex-Teamchef des Jaguar-Formel-1-Teams sagt es in einem Interview mit dem britischen „Motorsport Magazine“ unverblümt: „Gebt mir Adrian Newey und er wird das beste Rennauto bauen. Dann braucht man nicht mehr den besten Fahrer, um zu gewinnen!“

Darum ist Rahal Newey-Fan

Hintergrund: Rahal ist schon lange Fan des britischen Stardesigners Newey, der bei Williams, McLaren und Red Bull WM-Autos kreierte. Auch Rahal holte seinen Indy-500-Sieg 1986 mit einem March-Chassis, das ebenfalls von Newey konstruiert wurde.

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2000 versuchte Rahal deshalb in seiner Funktion als Chef des Jaguar-Formel-1-Teams den Briten als Designer zu gewinnen. Obwohl er damals mit Niki Lauda an seiner Seite einen populären Partner hatte, gelang es den beiden nicht, Newey für die Tochter des Ford-Konzerns zu engagieren.

Lauda erzählte damals F1-Insider.com: „Eigentlich war schon alles klar mit Newey. Doch dann schalteten sich die Weiber ein. Lisa Dennis (die Frau des damaligen McLaren-Chefs Ron Dennis, die red.) bequatschte Adrians Ehefrau Marygold so lange, bis der doch bei McLaren blieb. Es war einfach nur ärgerlich.“ 

Neweys Erfolge mit Red Bull

Ironie des Schicksals: 2006 schloss sich Newey dann doch noch dem in Milton Keynes stationierten Team an. Das hieß nach dem Verkauf aber Red Bull Racing. Rahal und Lauda waren längst nicht mehr involviert. Teamchef war Christian Horner und der starke Mann im Hintergrund Helmut Marko. Sie schrieben mit vier WM-Titeln und Sebastian Vettel F1-Geschichte. Der Designer der Superautos war – natürlich – Adrian Newey.

Rahal ist immer noch ein Fan des britischen Daniel Düsentriebs. „Gebt Newey mehr Geld fürs Design und spart am Fahrer. Dann hast du effizient gearbeitet. Wenn du das beste Auto hast, brauchst du nicht mehr den besten Fahrer, um zu gewinnen. Es ist reine Geldverschwendung, das ganze Geld in Piloten zu stecken.“

Stars wie Rekordweltmeister Lewis Hamilton (35) werden Rahals Argumente nicht gerne hören. Der Brite, der gerade mit Mercedes um einen neuen Vertrag pokert, gilt zwar als bester Fahrer seiner Zeit. Aber es gibt auch viele, die behaupten, dass Hamilton bei all seinen Erfolgen von der Überlegenheit des Mercedes profitiert habe…

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Autor

Ralf Bach
Ralf Bach

Ralf Bachs Zuhause ist der Formel-1-Zirkus. Seit rund 30 Jahren berichtet er für SPORT BILD, AUTO BILD MOTORSPORT, SPORT1 und das Ippen-Netzwerk (TZ München, Frankfurter Rundschau) von der Königsklasse. Für seine exklusiven Stories wurde er in die „Paddock Hall of Fame“ der Formel 1 aufgenommen. Auf F1-Insider.com schildert er, wie die Protagonisten ticken. Twitter: @ralfbond


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