Formel 1

Grosjean zeigt seine verbrannte Hand

Romain Grosjean zeigt linke Hand ohne Verband; Credit: Grosjean/Instagram
Romain Grosjean zeigt linke Hand ohne Verband; Credit: Grosjean/Instagram

Romain Grosjean konnte 39 Tage nach seinem schweren Feuerunfall in der Formel 1 den Verband an der linken Hand abnehmen. Wie geht es mit ihm weiter?

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Noch immer ist die linke Hand von Romain Grosjean gezeichnet vom schweren Unfall beim Bahrain-GP Ende November. Doch nun konnte der Franzose erstmals den Verband abnehmen: „Nach 39 Tagen in Verbänden konnte ich endlich auch die linke Hand frei atmen lassen, fünf Stunden lang. Das ist eine gute Nachricht, das ist ein Sieg“, schrieb er dazu erst kürzlich Instagram. 

Nun ist der Verband ganz ab! Grosjean: „Sieht allerdings noch nicht so toll aus, also schaut nicht hin, wenn Ihr sowas nicht sehen könnt.“

Mehr lesen: Grosjean spricht über seinen Unfall

Zur Erinnerung: Beim Bahrain-GP 2020 war der Franzose nach einer Berührung mit dem Alpha Tauri-Honda von Daniil Kvyat in und durch die Leitschiene gekracht. Dabei ist sein Haas-Ferrari in zwei Teile zerbrochen. Der Vorderteil steckte mit Grosjean in den Leitplanken. Nur der Kopfschutz Halo hat ihn vor größeren Verletzungen bewahrt. Beim Zerbrechen des Autos lief Sprit aus und entzündete sich. Grosjean saß 28 Sekunden lang in den lodernden Flammen, konnte sich aber selbst befreien. 

Sohn bittet Grosjean um Rücktritt 

Doch dabei zog er sich schwere Brandwunden an der linken Hand zu. Mitte Dezember musste er sich sogar einer OP unterziehen, um die Wunden zu reinigen. Darüber hinaus wurde eine Bänderverletzung am linken Daumen operativ behandelt. Auch an seiner rechten Hand arbeiteten die Ärzte – diese hatte sich Grosjean im Frühjahr zuhause gebrochen. 

Romain Grosjeans Feuerunfall. Credit: F1 TV
Romain Grosjeans Feuerunfall. Credit: F1 TV

Wie es mit Grosjean weitergeht, ist unklar. Fest steht: Die Formel-1-Karriere des 34-Jährigen ist mit dem Feuercrash in Bahrain nach 179 Grands Prix, wovon er zehn auf dem Podium beenden konnte, beendet. 

Zuerst wurde Grosjean mit einem IndyCar-Cockpit bei Foyt in Verbindung gebracht. Dort wäre er Teamkollege des viermaligen IndyCar-Meisters Sébastien Bourdais geworden – ebenfalls ein Franzose. Doch der schwere Unfall hat Grosjeans Ambitionen gehemmt, schließlich gilt die IndyCar verglichen mit der Formel 1 als wesentlich gefährlicher. 

Peugeot plant ohne Grosjean in Le Mans 

Sein siebenjähriger Sohn Sacha hat den Papa sogar gebeten, den Helm an den Nagel zu hängen – wie Grosjean dem Radiosender „France 5“ verrät: „Er hat mich gebeten, mit dem Rennsport aufzuhören und gesagt: ‚Werde doch Ingenieur, das ist auch cool.‘“

Eine Entscheidung, ob er weitermacht, ist noch nicht getroffen. Erst geht es um die vollständige Genesung seiner linken Hand. 

Zuletzt wurde Grosjean auch mit dem Hypercar-Projekt von Peugeot für die 24 Stunden von Le Mans in Verbindung gebracht. Doch die sechs Plätze dürften französischen Medienberichten zufolge an sechs andere Fahrer gehen – darunter Grosjeans ehemaligen Haas-Teamkollegen Kevin Magnussen. 

Der Däne gibt bei den 24 Stunden von Daytona Ende Januar sein Sportwagendebüt. Dazu sind aufgrund ihrer Erfahrungen Ex-Formel-E-Meister Jean-Eric Vergne, Loïc Duval (2013 mit Audi Le-Mans-Sieger), Paul di Resta, Gustav Menezes und Mikkel Jensen im Gespräch.

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Autor

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Nach dem Politikwissenschaftsstudium stellte er fest: Interessant, aber der Motorsport ist dann doch spannender. Als Kind der Schumi-Ära hat Michael Zeitler kaum ein Formel-1-Rennen verpasst und Gefallen auch an anderen Rennserien wie der IndyCar gefunden. Nach ersten journalistischen Erfahrungen, etwa im Regionalfernsehen, kam er im Oktober 2015 als Volontär und schließlich als Redakteur zu AUTO BILD MOTORSPORT. Seit 2020 gehört er zum Team F1-Insider.


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