Formel 1

Pole-Position jetzt drei Punkte wert

2021 wird es drei Minirennen geben; Credit: Red Bull Content Pool
2021 wird es drei Minirennen geben; Credit: Red Bull Content Pool

Die Formel 1 geht 2021 einen revolutionären Weg: Bei drei Grands Prix soll es ein zweites Rennen geben – das sogenannte Sprint-Qualifying.

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Die Formel 1 geht 2021 einen revolutionären Weg: Bei drei Grands Prix soll es ein zweites Rennen geben – das sogenannte Sprint-Qualifying.

Mit 23 geplanten WM-Rennen ist die Saison 2021 ohnehin schon umfangreicher als jede zuvor. Doch in Kürze werden alle zehn Teamchefs der Idee zustimmen, dass es bei drei Grands Prix ein Zusatzrennen zur Bestimmung der Startaufstellung geben wird. Bei diesen drei Mini-GPs werden auch WM-Punkte verteilt, womit zum ersten Mal die Pole-Position auch bepunktet wird. 

Mehr lesen: Die neuen Formel-1-Regeln 2021

Schauplätze dieser Sprintqualifyings werden die Grands Prix in Silverstone, Monza und Interlagos. Der Name der Minirennen wird also Sprintqualifying und nicht Sprintrennen heißen. Das soll eine bessere Abgrenzung zum Hauptrennen schaffen. 

Das Prozedere wird so ablaufen: Ein echtes, normales Qualifying wird schon am Freitag durchgeführt. Dieses Quali entscheidet über die Startaufstellung im Sprintquali, dessen Ergebnis wiederum die Startaufstellung für den echten Grand Prix bestimmt. 

Richtige Idee, falsche Umsetzung? 

Die Idee, das Sprintqualifying in umgekehrter Reihung der WM-Tabelle auszutragen, ist vom Tisch. Die großen Teams haben sich verständlicherweise dagegen aufgelehnt. Anderen war das ein zu künstliches Spannungselement. Die Formel 1 würde damit mehr in Richtung Show als Sport gedrängt werden. 

Mit dem jetzigen Format könnte es allerdings passieren, dass der Grand Prix durch das Sprintqualifying langweiliger wird. Wenn es zum Beispiel zu einer Startkollision zwischen den beiden WM-Kontrahenten kommt, aber nur einer ausscheidet und von hinten starten muss, der andere dagegen vorn bleibt, dann ist der Ausgang des Grands Prix quasi schon entschieden. Bei der umgedrehten Startaufstellung hätten sich beide nach vorn arbeiten müssen. Natürlich wäre der WM-Führende als Letzter in der Sprintqualifying-Startaufstellung benachteiligt gewesen, aber der WM-Zweite müsste ja auch vom vorletzten Platz starten. 

Mick Schumacher Credit: Haas
Mick Schumacher ist Fan der Zusatzrennen; Credit: Haas

Ein Fehler oder eine Kollision im Sprintquali müssen Fahrer und Team also teuer bezahlen. Damit die Piloten bei den 100 Kilometer langen Minirennen aber nicht zahm und lustlos um den Kurs tuckern, um ja keinen Fehler zu machen, wird es für die ersten drei des Sprintqualifyings Punkte geben: Drei für den Sieger, zwei für den Zweiten, einen für den Dritten. Zum ersten Mal wird eine Pole-Position somit mit WM-Punkten belohnt. 

Schumacher ein Fan des Sprint-Qualifyings 

Ursprünglich sollten sogar noch mehr Punkte verteilt werden. Doch dann besteht die Gefahr, dass die Minirennen eine zu große Rolle in der WM-Entscheidung spielen würden. Denn das Hauptevent soll der Grand Prix bleiben. 

Die drei Rennen 2021 sind ein Test. Sind sie ein Mehrwert, könnten die Idee 2022 ausgeweitet werden. Ist es ein Schuss in den Ofen, so wird die Idee wieder verworfen. Die Veranstalter hoffen zudem, dass die Samstagsrennen mehr Zuschauer an die Strecke bringen. Bei der DTM hat das geklappt. 

Zwar hat die Idee der Sprintqualifyings auch Kritiker. Doch nicht nur die Teams sollen einstimmig dafür sein, auch viele Fahrer äußern sich positiv – auch Neuling Mick Schumacher: „Ich liebe Rennfahren. Je mehr Rennen, desto besser ist das für uns Fahrer.“

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Autor

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Nach dem Politikwissenschaftsstudium stellte er fest: Interessant, aber der Motorsport ist dann doch spannender. Als Kind der Schumi-Ära hat Michael Zeitler kaum ein Formel-1-Rennen verpasst und Gefallen auch an anderen Rennserien wie der IndyCar gefunden. Nach ersten journalistischen Erfahrungen, etwa im Regionalfernsehen, kam er im Oktober 2015 als Volontär und schließlich als Redakteur zu AUTO BILD MOTORSPORT. Seit 2020 gehört er zum Team F1-Insider.


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