Formel 1

McLaren packt Diffusor-Trick aus

Lando Norris Credit: McLaren
Lando Norris Credit: McLaren

McLaren präsentierte sich bei den Testfahrten stark. Womöglich trägt dazu auch ein Trick am Unterboden bei.

Michael Zeitler
Michael Zeitler

McLaren präsentierte sich bei den Testfahrten stark. Womöglich trägt dazu auch ein Trick am Unterboden bei. 

Bei den Testfahrten hatte das Versteckspiel ein Ende. Die Technikexperten haben sich die zehn Formel-1-Autos genau angeschaut. Natürlich waren gegenüber den Präsentationsautos viele Neuerungen zu entdecken. Die Teams wollen ihre Technikkniffe der Konkurrenz so lange wie möglich vorenthalten.

Mehr lesen: Die Formel-1-Testfahrten 2021

McLaren zum Beispiel sorgt mit einem Trick am Unterboden für Aufsehen.

McLaren mit vertikaler Strebe Richtung Asphalt  

Worum geht es? Das Reglement blieb 2021 ja weitgehend unverändert. Doch mit vier Beschneidungen am Unterboden sollten die Autos etwa 10 Prozent Abtrieb verlieren. Die bekannteste ist der dreieckige Einschnitt vor der Hinterachse, der die Fläche des Unterbodens verkleinerte. McLaren hat aber eine andere Regel ausgetrickst.

Der Diffusor des McLaren MCL35M
Der Diffusor des McLaren ist trickreich; MCL35M

Die Streben, die am Diffusor (am aufsteigenden Ende des Unterbodens) Richtung Asphalt wachsen, wurden 2021 um fünf Zentimeter beschnitten. Diese vertikalen Finnen sind wichtig, um die Luft im Bereich des Unterbodens zu kanalisieren und so einen Saugeffekt zu generieren. Damit verbessert sich die Bodenhaftung. 

McLaren-Trick legal 

McLaren hat dennoch einen solchen Luftkanal konstruiert. Dazu nutzt der Technikchef James Key eine Ausbeulung im Unterboden, die durch das Getriebe entsteht. Im Innenbereich des Diffusors, noch am Unterboden dran, ragt eine Finne Richtung Boden. Sie formt mit der Getriebeausbuchtung einen entsprechenden Kanal. 

Der Trick ist erlaubt, weil die Beschneidung erst im Bereich 25 Zentimeter rechts und links der Mittellinie gilt. 

Man darf gespannt sein, ob die Konkurrenz einen ähnlichen Weg einschlagen wird wie die McLaren-Ingenieure am McLaren-Mercedes MCL35M.  

Teamchef Andreas Seidl war schon mal happy. „Mir ist warm ums Herz“, bekannte er bei Sky. „Ich bin einfach zufrieden, wie die Tests gelaufen sind. Das wird ein Kampf mit Aston Martin, Alpine, Alpha Tauri und Ferrari. Red Bull ist ein ganzes Stück weg und auch Mercedes wird in zwei Wochen beim Saisonstart sicher wieder weiter vorne stehen.“ 

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Autor

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Nach dem Politikwissenschaftsstudium stellte er fest: Interessant, aber der Motorsport ist dann doch spannender. Als Kind der Schumi-Ära hat Michael Zeitler kaum ein Formel-1-Rennen verpasst und Gefallen auch an anderen Rennserien wie der IndyCar gefunden. Nach ersten journalistischen Erfahrungen, etwa im Regionalfernsehen, kam er im Oktober 2015 als Volontär und schließlich als Redakteur zu AUTO BILD MOTORSPORT. Seit 2020 gehört er zum Team F1-Insider.


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