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Verstappen und Hamilton spielen verbal Poker

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Max Verstappen Credit: Red Bull Content Pool

Red Bull ist nach den Testfahrten Favorit beim Auftakt in Bahrain. Oder hat Mercedes eine Antwort gefunden? Das sagen die Fahrer.

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Red Bull ist nach den Testfahrten Favorit beim Auftakt in Bahrain. Oder haben Lewis Hamilton und Mercedes eine Antwort gefunden? Das sagen die Fahrer.

Die Vorfreude auf die neue Formel-1-Saison ist riesig: Mick Schumacher gibt sein Debüt, Sebastian Vettel wechselt zu Aston Martin – und Mercedes geht das erste Mal seit acht Jahren nicht als Favorit in die neue Saison. Red Bull war bei den Testfahrten schneller, Mercedes zudem unzuverlässig. 

Weltmeister Lewis Hamilton motiviert das aber noch viel mehr: „Das wird eine spannende Sache für uns als Team. Denn wir sind dieses Mal nicht die Schnellsten. Ich bin gespannt, wie wir uns als Team da hinbringen, wo wir stehen wollen. Ich liebe diese Herausforderung und bin wirklich gespannt darauf.“ 

Hamilton meidet es allerdings, Red Bull als Favorit zu betiteln. „Wir wissen es nicht. Viele Teams sehen stark aus“, zuckt Hamilton mit den Schultern.

Hamilton durch Rückstand motiviert 

Aufgeben kommt für den 36-Jährigen nicht in Frage: „Wir haben versucht herauszufinden, wo die Probleme liegen – wie groß, oder wie klein sie sind. Die Leute in der Fabrik haben rund um die Uhr gearbeitet. Wir werden nicht aufgeben, bis wir unser Auto dahingebracht haben, wo wir es haben wollen. Ich gehe jedenfalls positiv ins Wochenende.“

Formel 1 Mercedes Bahrain 2021 Test
Lewis Hamilton ist motivierter denn je. Credit: W. Wilhelm/Mercedes

Teamkollege Valtteri Bottas pflichtet Hamilton bei: „Ja, wir hatten Probleme. Aber die Bedingungen waren auch hart. Wann immer wir etwas am Auto geändert haben, konnten wir wegen des windigen Wetters kaum Informationen daraus ziehen.“ 

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Und im Red Bull-Lager? Hier herrscht großer Optimismus. Max Verstappen weiß, dass er 2021 wohl seine beste Chance auf den ersten WM-Titel hat: „Sagen wir mal so: Ich glaube nicht, dass wir Letzter sind“, scherzt er. „Alles hat bei den Testfahrten funktioniert. Das wünscht du dir als Fahrer immer, vor allem, wenn du nur wenig Zeit hast. Das stellt mich absolut zufrieden.“

Verstappen voll zufrieden mit seinem Red Bull 

Wie groß ist der Schritt von Red Bull? „Das ist schwierig zu sagen – andere Bedingungen, andere Autos, andere Reifen. Was man fühlen konnte: Dass das Auto sehr vorhersehbar reagiert, vor allem bei den windigen Bedingungen. Das ist sehr positiv“, so der Niederländer.

Betrachtet er sich selbst als Favorit? Verstappen: „Es spielt keine Rolle, wer Favorit ist. Was zählt ist, dass du dann stark bist, wenn es drauf ankommt.“

Letzte Saison für Hamilton? 

Mit Sergio Pérez hat Verstappen einen neuen Teamkollegen an seiner Seite. Der Mexikaner lobt Verstappen: „Wir sind noch nicht gemeinsam auf der Strecke gefahren, aber ich habe jetzt schon gemerkt: Max ist ein sehr schneller Fahrer. Er kennt das Auto und das Team sehr gut. Er wird für mich auf jeden Fall eine sehr gute Referenz sein.“

Max Verstappen und Sergio Perez Credit: Red Bull Content Pool
Max Verstappen und Sergio Perez wollen Mercedes fordern. Credit: Red Bull Content Pool

Doch der Mexikaner will vorn mitmischen. Pérez: „Ich will Max schlagen. Ich hoffe, ich kann Max so sehr unter Druck setzen, dass wir uns gegenseitig pushen und das Team weiterbringen.“

Der Eindruck nach den Pressekonferenzen: Verstappen zeigt sich selbstbewusst und zufrieden, Hamilton bis in die Haarspitzen motiviert. Von einer Abschiedssaison kann jedenfalls keine Rede sein. Hamilton stellt klar: „Es fühlt sich nicht so an, als wäre das hier das Ende. Die Regeländerungen für nächstes Jahr klingen sehr interessant. In den nächsten acht Monaten werde ich herausfinden, ob ich aufhören werde oder nicht. Wie gut wir dieses Jahr sind, spielt dabei aber keine Rolle.“

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Autor

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Nach dem Politikwissenschaftsstudium stellte er fest: Interessant, aber der Motorsport ist dann doch spannender. Als Kind der Schumi-Ära hat Michael Zeitler kaum ein Formel-1-Rennen verpasst und Gefallen auch an anderen Rennserien wie der IndyCar gefunden. Nach ersten journalistischen Erfahrungen, etwa im Regionalfernsehen, kam er im Oktober 2015 als Volontär und schließlich als Redakteur zu AUTO BILD MOTORSPORT. Seit 2020 gehört er zum Team F1-Insider.


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