Mercedes-Sportchef Toto Wolff hat George Russell stark für den Unfall mit Valtteri Bottas kritisiert. Jetzt feuern die Experten zurück
Die Kritik an Totos Wolffs Verhalten nach dem Rennen in Imola wächst. Grund: Der Mercedes-Teamchef (49) hatte nach der gefährlichen Kollision zwischen seinem finnischen Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas (31) und Mercedes-Junior George Russell (23/Williams) die alleinige Schuld am Mega-Crash gegeben und drohte ihm sogar, mit dieser Fahrweise „im Renault Clio-Cup“ zu landen.
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Was war passiert? Russell versuchte bei Höchstgeschwindigkeit am Finnen vorbeizufahren. Bottas aber zog leicht nach rechts und damit in Richtung Russell. Der Williams-Pilot kam beim Versuch, dem Mercedes auszuweichen, aufs Gras, verlor die Kontrolle über seinen Wagen und krachte in den Schwarzpfeil. Danach kochten die Emotionen über. Russell schrie Bottas an, fragte wörtlich, ob er beide hätte umbringen wollen und schlug ihm auf den Helm. Bottas reagierte mit dem ausgestreckten Mittelfinger.

Brisant dabei: Russell gilt als erster Anwärter auf das Cockpit von Bottas in der nächsten Saison. Am Montag nach dem Rennen erst entschuldigte er sich für sein Auftreten. Offenbar auf Druck von Wolff. „Das andere Auto vor ihm war ein Mercedes“, hatte der Wiener betont und machte gleichzeitig klar, dass der junge Brite für Mercedes hätte bremsen müssen. „In einem Young Driver Programm darfst du diese globale Perspektive nie verlieren! Es gibt viel für ihn zu lernen.“
Villeneuve: „Ich verstehe Toto Wolff nicht ganz.“
Jetzt meldet sich auch Ex-Weltmeister Alan Jones (74) zu Wort. Der Australier, der mit Williams 1980 den Titel gewann, äußerte sich in einem YouTube-Interview mit Ex-Williams-Teammanager Peter Windsor. Der Brite arbeitet heute als Journalist. Jones: „Russell ist Ersatzfahrer für Mercedes und Mercedes liefert Williams die Motoren. Trotzdem: Wenn ich Russell wäre, hätte ich Toto Wolff gesagt: ,Halt die Klappe. Ich fahre für Williams, nicht für Dich!‘“

Was Jones besonders ärgert: „Es gibt zu viele Verbindungen in dieser Sache. Wolff führt einerseits das Mercedes-Team, er managt aber zusätzlich Russell, deshalb könnte man Wolffs Kritik noch erklären. Aber meiner Meinung nach war das trotzdem ziemlich blöd.“
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Auch Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve (50) hat die gleiche Meinung: Bei F1-Insider.com sagte er: „Ich verstehe Toto Wolff nicht ganz. Warum gibt er bei der Kollision mit Mercedes-Junior Russell dem jungen Briten die Schuld? Bottas wusste genau, das sein potentieller Nachfolger ihn gerade überholen will und riskierte mit seiner kurzen Bewegung nach rechts einen schweren Unfall. Unter diesen schwierigen Fahrbahnbedingungen darf er das nicht machen.“
Fest steht: Die brisanten Umstände des Unfalls und die Hintergründe der Beteiligten werden die Königsklasse noch beschäftigen.
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