Formel 1

Das passiert beim Verstoß gegen das Budget-Cap

Formel 1 Bahrain Grand Prix Start 2021
Bahrain GP Start 2021. Credit: F1/Twitter

Die Formel-1-Teams müssen seit 2021 auf die Ausgaben achten. Was aber passiert bei einem Verstoß? Darüber gibt es nun Diskussionen.

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Die Formel-1-Teams müssen seit 2021 auf die Ausgaben achten. Was aber passiert bei einem Verstoß? Darüber gibt es nun Diskussionen.

Die meisten Anleitungen bei Gesellschafts- oder Sportspielen beschränken sich auf ein Zusatzblatt. In der Formel 1 ist das anders: Allein das technische Reglement umfasst 137, das sportliche immerhin 91 Seiten.

MEHR LESEN: Sprintrennen: Alle Details zur Formel 1 Revolution

2021 kommt als drittes Reglement ein finanzielles dazu. Auf 48 Seiten sind die Details zur neu eingeführten Budgetobergrenze festgelegt.

Das ist die Budgetobergrenze 2021

Seit 2021 dürfen die Formel-1-Teams maximal 145 Millionen Dollar ausgeben. 2022 soll dieser Betrag auf 140, 2023 auf 135 Millionen Dollar sinken. Allerdings sind viele Posten nicht in diesem Ausgabenlimit enthalten – zum Beispiel die Gehälter für die Fahrer oder auch Marketingausgaben. Die Topteams dürften also nach wie vor mit Budgets von mehr als 200 Millionen Dollar operieren.

Dazu kommt: Die 145 Millionen Dollar gelten für 21 WM-Rennen. Pro weiterem Rennen können die Teams mit einer Zusatz-Million kalkulieren. Auch für die drei Sprint-Qualifyings und die Pirelli-Reifentests gibt es Erleichterungen.

Formel 1 Portugal GP 2021 Start
Start zum Portugal Grand Prix 2021. Credit: F1/Twitter

Ziel des Budget-Caps ist es, das finanzielle Ungleichgewicht zwischen den Teams auszubalancieren und damit die Chancengleichheit zu erhöhen.

Was passiert bei Verstößen?

In Artikel acht des Finanz-Reglements sind die Verstöße gegen die Budget-Regeln definiert. Dabei lassen sich drei Vergehen unterscheiden. Erstens: formale Fehler. Teams müssen zum Beispiel bis Juni ihre Ausgaben von Januar bis April einreichen, bis März die kompletten Ausgaben des vorangegangenen Jahres. Sollten Fristen nicht genau eingehalten werden, wäre das ein solcher formaler Fehler.

Zweitens: geringfügige Vergehen. Dazu zählt das Nichteinhalten der Budgetobergrenze mit einer Abweichung, die allerdings weniger als fünf Prozent beträgt. Sind es mindestens fünf Prozent, dann handelt es sich dabei um einen groben Verstoß.

Artikel neun definiert die Sanktionen. Je nach Fehler, Verstoß oder Betrug kann es sich dabei um Geldstrafen handeln, eine engere Überwachung (hier arbeitet die Formel 1 eng mit Wirtschaftsprüfern zusammen) oder sogar um sportliche Bestrafungen. Dabei sind verschiedene Abstufungen möglich – von Einschränkungen der Testfahrten über Punkteabzug bis hin zum WM-Ausschluss.

Worüber wird noch diskutiert?

Trotz des Umfangs von 48 Seiten besteht offenbar noch Diskussionsbedarf. Mercedes-Sportchef Toto Wolff erklärte, dass drei von zehn Teams sich gegen sportliche Strafen ausgesprochen hätten. „Dabei müssten finanzielle Verstöße genauso sportlich geahndet werden, wie technische Verstöße“, argumentiert der Mercedes-Boss. 

Formel 1 Mercedes Bahrain GP FP1 Toto Wolff 2021
Toto Wolff. Credit: Mercedes/Twitter

Laut Wolff soll es sich bei den drei Rennställen um Red Bull, Alpha Tauri und Ferrari handeln. Doch Ferrari-Rennleiter Mattia Binotto stellt klar: „Die Sanktionen sind im finanziellen Reglement klar definiert. Es geht um die formalen Fehler, bei denen es noch Unklarheiten gibt.“

Bis Ende Mai sollen diese Unklarheiten nun beseitigt werden. Möglicherweise kommen dann ein paar Seiten Reglement dazu…

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Autor

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Nach dem Politikwissenschaftsstudium stellte er fest: Interessant, aber der Motorsport ist dann doch spannender. Als Kind der Schumi-Ära hat Michael Zeitler kaum ein Formel-1-Rennen verpasst und Gefallen auch an anderen Rennserien wie der IndyCar gefunden. Nach ersten journalistischen Erfahrungen, etwa im Regionalfernsehen, kam er im Oktober 2015 als Volontär und schließlich als Redakteur zu AUTO BILD MOTORSPORT. Seit 2020 gehört er zum Team F1-Insider.


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