Formel 1

Ralf Schumacher watscht FIA wegen Verstappen ab

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Japan 2022
Max Verstappen. Credit: Red Bull Content Pool

Regelauslegung zur Punktevergabe: Ralf Schumacher kritisiert die FIA für unwürdigen Verstappen-Titel.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Regelauslegung zur Punktevergabe: Ralf Schumacher kritisiert die FIA für unwürdigen Verstappen-Titel.

Der Große Preis von Japan war keine Glanzleistung vom Automobilweltverband FIA. Erst der Traktor auf der Rennstrecke, dann die fehlende Kommunikation zum Punktestand und die im Eiltempo ausgesprochene Fünf-Sekunden-Strafe für Charles Leclerc. Transparenz ist derzeit nicht gerade die Stärke des Automobilweltverbands.

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Findet auch Ralf Schumacher. „Im Mittelpunkt des Geschehens stand am Sonntag auch die FIA“, schreibt er in seiner Kolumne bei Sky. „Wirft man mal einen Blick ins Reglement, könnte man schon fast von Narrenfreiheit oder Willkür sprechen. Das ist im Grunde kein Problem. Eine solche Entscheidung kann die FIA jederzeit treffen, aber dann sollte man das zumindest einblenden, damit die Leute auf der ganzen Welt nicht herumrechnen müssen.“

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Japan GP 2022 Weltmeister Titel Nr. 2

Ralf Schumacher
Max Verstappen. Credit: Red Bull Content Pool

Hintergrund: Teams, Fans und Experten waren davon ausgegangen, dass bei einem verkürzten Rennen die Punkte nur anteilig vergeben werden. So wie es in der Historie der Formel 1 bisher immer war. Doch die FIA hielt sich an die wortwörtliche Formulierung des Regelwerks, in der reduzierte Punkte nur dann vergeben werden, wenn ein Rennen NICHT wieder neu gestartet wird. Der Wortlaut in Paragraph 6,5 ist allerdings noch ein Relikt aus der Zeit, als die 3-Stunden-Obergrenze nicht existierte. Zeitbedingte Rennabbrüche gab es da nicht. So kam es, dass Verstappen trotz nur 28 gefahrener Runde volle Punkte abstaubte.

Ralf Schumacher bemängelt Kommunikation der FIA

Ralf Schumacher bemängelt, dass die FIA den Geist des Reglements veränderte, ohne darauf hinzuweisen. „In Japan hätte man gleich sagen müssen – wir werten das hier als vollen Lauf. Dann hätte man damit auch umgehen können.“

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So aber wurde der Gewinn des WM-Titels nicht ausreichend gewürdigt. Ralf Schumacher: „Für alle Beteiligten inklusive der Teams selbst war es bis zum Schluss nicht nachvollziehbar, warum Verstappen jetzt auf einmal schon Weltmeister ist. Er und die Red Bull Racing-Verantwortlichen um Christian Horner und Dr. Helmut Marko waren selbst überrascht. So wie das am Sonntag aber über die Bühne ging, war das schlecht für den Sport.“

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Formel 1 Grand Prix von Japan

1. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull 3:01:44,004 Std.
2. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +26,763 Sek.
3. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +27,066
4. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +39,685
5. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +40,326
6. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin +46,358
7. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine +46,369
8. George Russell (Großbritannien) – Mercedes +47,661
9. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams +1:10,143 Min.
10. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +1:10,782
11. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren +1:12,877
12. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +1:13,904
13. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +1:15,599
14. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas +1:26,016
15. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo +1:26,496
16. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo +1:27,043
17. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri +1:28,091
18. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas +1:32,523

Ausfälle:
Alexander Albon (Thailand) – Williams (1. Rd.)
Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari (1. Rd.)

Fahrer-Wertung
Stand nach 18 von 22 Rennen:

1. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull 366 Pkt.
2. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull 253
3. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari 252
4. George Russell (Großbritannien) – Mercedes 207
5. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari 202
6. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes 180
7. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren 101
8. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine 78
9. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine 65
10. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo 46
11. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin 32
12. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren 29
13. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri 23
14. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas 22
15. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin 13
16. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas 12
17. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri 11
18. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo 6
19. Alexander Albon (Thailand) – Williams 4
20. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams 2
21. Nyck de Vries (Niederlande) – Mercedes-Benz 2

Konstrukteurs-Wertung
Stand nach 18 von 22 Wettbewerben:

1. Red Bull 619 Pkt.
2. Ferrari 454
3. Mercedes 387
4. Alpine 143
5. McLaren 130
6. Alfa Romeo 52
7. Aston Martin 45
8. Haas 34
9. Alpha Tauri 34
10. Williams 8


Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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