Formel 1

Trotz Technikdrama: Russell vor Norris

Formel 1 George Russell Mercedes Bahrain 2025
George Russell. Credit: Sam Bagnall/Sutton Images/Pirelli

George Russell kämpft in Bahrain mit Bremsausfall, DRS-Fehlfunktionen und Lando Norris im Nacken – und wird trotzdem starker Zweiter. Doch die FIA schaut genau hin.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

George Russell kämpft in Bahrain mit Bremsausfall, DRS-Fehlfunktionen und Lando Norris im Nacken – und wird trotzdem starker Zweiter. Doch die FIA schaut genau hin.

George Russell erlebt beim Großen Preis von Bahrain ein Rennen zum Vergessen – und wird trotzdem Zweiter! Der Mercedes-Pilot kämpft sich trotz massiver technischer Probleme, einem drohenden DRS-Verstoß und einer späten Attacke von Lando Norris ins Ziel.

Ab Runde 38 wurde es kurios: Auf dem offiziellen Timing-Screen tauchte Russell plötzlich als „gestoppt“ auf – obwohl er weiter unbeeindruckt auf Platz zwei durch die Wüste pflügte. Der Grund: ein technisches Problem, das nicht nur seine Bremsanlage (Brake-by-Wire), sondern auch das Lenkrad lahmlegte – und sogar eine laufende FIA-Untersuchung nach sich zieht.

„Es sah aus, als wäre alles unter Kontrolle“, sagte Russell nach dem Rennen. „Aber dann funktionierte das Brake-by-Wire-System nicht mehr richtig, das Lenkrad war teilweise tot – und Lando kam immer näher. Eine Runde mehr, und er hätte mich gehabt.“

Formel 1 George Russell Mercedes Bahrain 2025
George Russell. Credit: Mercedes

Tatsächlich machte Norris in den letzten Runden mächtig Druck – und hätte Russell beinahe noch geschnappt. Am Ende fehlte dem McLaren-Piloten aber ein Wimpernschlag.

Zusätzlich zum Technik-Stress droht Russell auch noch Ärger mit den Regelhütern. Die FIA untersucht, ob er sich einen Vorteil durch einen irregulären DRS-Einsatz verschafft hat. Russell selbst erklärte: „Ich habe versehentlich den Funkknopf gedrückt und das DRS ging kurz auf. Ich habe es aber sofort wieder geschlossen – und es war kein Vorteil.“

Teamchef Toto Wolff pflichtet ihm bei – und sieht den Fehler eher bei der Rennleitung: „Das FOM-Beacon war ausgefallen. George musste das DRS manuell öffnen, und als er auf den Funkknopf kam, ging es auf. Es war kein Performancegewinn – nur ein technischer Fehler auf Seiten der FIA.“

Schon vor dem Start hatte Russell Ärger. Wegen eines Verstoßes beim Re-Start nach Ocons Crash im Qualifying wurde er von Platz zwei auf drei strafversetzt. Den Platz holte er sich nach einem schwachen Start von Leclerc jedoch schnell zurück – und verteidigte ihn bis zur Ziellinie mit allen Mitteln.

Fazit

Russell kämpft, zittert, rettet – und steht am Ende trotzdem ganz oben auf dem Podest. Ein starkes Rennen unter widrigsten Bedingungen. Doch die FIA-Entscheidung steht noch aus.

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Formel 1: Bahrain Grand Prix 2025
Rennen, Ergebnis

1. Oscar Piastri (AUS), McLaren
2. George Russell (GB), Mercedes, + 15,499 sec
3. Lando Norris (GB), McLaren, +16,273
4. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +19,679
5. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, +27,993
6. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +34,395
7. Pierre Gasly (F), Alpine, +36,002
8. Esteban Ocon (F), Haas, +44,244
9. Yuki Tsunoda (J), Red Bull Racing, +45,061
10. Oliver Bearman (GB), Haas, +47,594


Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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