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Nachruf auf Laura Dahlmeier: Die kompletteste Biathletin ihrer Zeit

Laura Dahlmeier, Credit: DSV
Laura Dahlmeier, Credit: DSV
Alex Warneke
Alex Warneke

Laura Dahlmeier ist tot – die Biathlon-Legende stirbt mit nur 31 Jahren. Eine Ausnahmesportlerin, deren Wille und Magie unvergessen bleiben.

Am Dienstagabend saß ich nach dem Fußballtraining noch auf der Veranda, der Blick in den pechschwarzen Himmel gerichtet – und mit der Hoffnung, dass es eine gute Nachricht geben würde. Eine Meldung, dass Laura Dahlmeier den Steinschlag am Laila Peak überlebt hat, dass sich die zähe Kämpferin irgendwie durchbeißt. Wenige Stunden später kam dann die traurige Gewissheit: Laura Dahlmeier ist tot. Die Ausnahmesportlerin wurde nur 31 Jahre alt.

Die Welt verliert mit ihr nicht nur eine große Athletin, sondern eine Persönlichkeit, die die Grenzen des Machbaren im Biathlon-Sport neu definiert hat. Für viele Experten war sie die kompletteste Biathletin aller Zeiten – ein Lob, das aufgrund der Gegensätzlichkeit der Teildisziplinen wie in kaum einer anderen Sportart besonderes Gewicht hat. Sie brachte eine seltene Mischung aus läuferischer Dominanz, nervenstarker Treffsicherheit und beeindruckender mentaler Robustheit mit. Eigenschaften, die sie bis zu ihrem frühen Karriereende 2019 auf konstant höchstem Niveau abrief – und die sie zu einer der erfolgreichsten Wintersportlerinnen Deutschlands machten.

Laura Dahlmeier, Credit: DSV
Laura Dahlmeier, Credit: DSV

Was bleibt, sind Erinnerungen an eine Ausnahmeathletin, deren leichtfüßige Attacken in den Anstiegen ebenso beeindruckten wie ihre stoische Ruhe beim Stehendschießen. Dahlmeier ging stets ans Limit – und manchmal auch darüber hinaus. Es gab Rennen, nach denen sie minutenlang regungslos im Ziel lag, vollkommen entkräftet nach einer ihrer atemberaubenden Schlussrunden. Doch genau diese kompromisslose Hingabe machte sie zur Gesamtweltcup-Siegerin 2016/17, zur siebenfachen Weltmeisterin, zur doppelten Olympiasiegerin.

Laura Dahlmeier wird nicht vergessen werden

Ich erinnere mich gut an ihre Auftritte – nicht nur als Sportredakteur, sondern als Fan, der sich für viele Disziplinen begeistern kann. Laura Dahlmeier hat mich besonders beeindruckt. Ihre Rennen sind für mich fest verankert in den Erinnerungen an große Sportmomente. Und wenn ich ein Detail vergesse, dann reicht ein Blick auf YouTube: Die WM in Hochfilzen 2017, die Spiele in Pyeongchang 2018 – pure Biathlon-Magie.

Das letzte Mal habe ich sie 2019 live beim Biathlon auf Schalke gesehen. Die Karriere war offiziell schon vorbei, doch sportlich war sie noch immer konkurrenzfähig. Als sie ihre Abschiedsrunde drehte, erhob sich das ganze Stadion.

Laura Dahlmeier war mehr als eine herausragende Sportlerin. Sie war ein Vorbild und eine Inspiration. Mit diesem Text möchte ich mich persönlich verneigen – vor einer der größten Athletinnen, die der Sport je hervorgebracht hat. Sie wird nicht vergessen werden.

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Autor

Alex Warneke
Alex Warneke

Alex ist unser Hybrid im Redaktionsteam. Als Rennspiel-Experte versorgt er die F1 Insider Leser mit Texten aus der SimRacing-Welt. Zudem ist Alex als Videocreator im F1-Insider-Team aktiv. Interviews und spannende Themen aus der Formel 1 bereitet er für unseren YouTube Kanal auf.


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