Kontinuität statt Schnellschuss: Ferrari hält an Teamchef Frédéric Vasseur fest – und verlängert seinen Vertrag vorzeitig, trotz sportlicher Durststrecke.
Die Scuderia Ferrari setzt auf Kontinuität. Trotz ausbleibender Erfolge in der laufenden Formel-1-Saison hat das Traditionsteam aus Maranello den Vertrag mit Teamchef Frédéric Vasseur langfristig verlängert.
Der Franzose bleibt damit auch in den kommenden Jahren verantwortlich für die sportliche Ausrichtung der Roten – ein klares Bekenntnis zu Stabilität und langfristigem Aufbau.
Ferrari-Vertrag verlängert – trotz großem Rückstand in der WM
Am Mittwoch (31. Juli) hat Ferrari die vorzeitige Vertragsverlängerung offiziell gemacht. Vasseur hatte den Posten zu Saisonbeginn 2023 übernommen und sollte die Scuderia zurück an die Spitze führen.

Dieses Ziel ist bislang nicht erreicht: In der aktuellen Konstrukteurswertung liegt Ferrari mit Charles Leclerc und Lewis Hamilton deutlich hinter Tabellenführer McLaren-Mercedes zurück – der Rückstand beträgt 268 Punkte. Seit 17 Jahren wartet Ferrari auf einen WM-Titel, seit 17 Rennen auf einen Grand-Prix-Sieg.
Trotzdem setzen die Verantwortlichen auf Vasseur. In der Mitteilung heißt es: „Fred hat ein solides Fundament gelegt – mit dem klaren Ziel, Ferrari wieder an die Spitze der Formel 1 zu führen. Die Vertragsverlängerung unterstreicht Ferraris Entschlossenheit, auf dem bisher Erreichten aufzubauen.“
Ferrari betont Führungsqualität und strategische Ausrichtung
Und weiter: „Vasseurs Fähigkeit, unter Druck zu führen, Innovationen voranzutreiben und kompromisslos auf Leistung zu setzen, passt ideal zu den Werten und langfristigen Zielen des Traditionsrennstalls.“

Der Franzose habe das Team geeint und auf einen Kurs eingeschworen. „Unter Vasseurs Führung präsentiert sich die Scuderia Ferrari geschlossen, fokussiert und engagiert für eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Das in ihn gesetzte Vertrauen spiegelt die Überzeugung des Teams in die eingeschlagene Strategie wider – und bekräftigt den gemeinsamen Willen, jene Resultate zu liefern, die Fans, Fahrer und Mitarbeiter von Ferrari erwarten und verdienen.“
Hamilton und Leclerc unterstützen Vasseur
Eine wichtige Rolle spielt auch der Rückhalt aus der Fahrerkabine. Sowohl Charles Leclerc als auch Neuzugang Lewis Hamilton stehen hinter Vasseur. Der siebenfache Weltmeister machte zuletzt keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit über die aktuellen technischen Rückstände – stellte sich dennoch klar hinter das Teammanagement.
Geduld statt Aktionismus: Ferrari zieht Lehren aus der Vergangenheit
Die Entscheidung für Vasseur steht auch für einen Kulturwandel bei Ferrari. In den Jahren zuvor wechselten die Teamchefs viel zu häufig. Ein Opfer: Mattia Binotto, heute CEO bei Sauber-Audi. Vasseur hingegen erhält das Vertrauen, langfristig zu arbeiten. Ein Modell, das einst mit Jean Todt und Michael Schumacher fünf WM-Titel in Folge möglich machte. Damals war es Schumacher, der Todt Ende der 90er Jahre den Rücken stärkte.
Aktuell liegt Ferrari zwar auf Rang zwei der Konstrukteurswertung – doch der Abstand zur Spitze ist groß. Ob Vasseur die Lücke schließen kann, bleibt abzuwarten. Die Vertragsverlängerung zeigt: Ferrari glaubt an diesen Weg.
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