Formel 1

Krisensitzung bei Mercedes

Formel 1 Mercedes Spa 2025
Credit: Mercedes

Mercedes im freien Fall: Die Pleite aus Spa zwingt Toto Wolff zum Handeln.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mercedes im freien Fall: Die Pleite aus Spa zwingt Toto Wolff zum Handeln.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Statt Podestjäger sind die Silberpfeile zu Punktesammlern verkommen. Beim Belgien-GP kam George Russell nicht über Platz fünf hinaus, Andrea Kimi Antonelli blieb komplett ohne Punkte: Platz 16 im Hauptrennen ist nicht das, was Teamchef Toto Wolff sich für seinen Rohdiamanten vorstellt.

Besonders bitter: Der Rückstand auf McLaren wächst, die Formkurve zeigt steil nach unten.

Mercedes: Leistungsabfall ohne erkennbare Ursache

Noch vor wenigen Wochen sah es besser aus: Kanada-Sieg für Russell, Podium für Antonelli. Doch danach ging es rapide bergab. In Spielberg, Silverstone, Ungarn und Spa holte Mercedes zusammen gerade einmal 21 Punkte. Zum Vergleich: Im Vorjahr sammelte Hamilton allein in dieser Phase 80 Zähler.

Wolff reagierte prompt: Nach dem Rennen berief er eine Krisensitzung im Werk in Brackley ein – samt Fahrern. Der Grund: Niemand kann sich den plötzlichen Leistungsabfall erklären.

Formel 1 Toto Wolff Mercedes Australien 2025
Toto Wolff. Credit: Richard Pardon / Mercedes

Mögliche Ursache: die neue Hinterachse, die in Imola eingeführt wurde. Eigentlich sollte sie den Reifenverschleiß verringern – doch seither fehlt es an Balance und Vertrauen ins Auto.

Neue Flügel-Regel als weiterer Faktor?

Zusätzlich könnte eine Regeländerung am Frontflügel seit Barcelona Schuld am Formverlust sein. Mercedes galt als Team mit großer Flexi-Wing-Wirkung – seit dem Verbot fehlt offenbar ein Performance-Vorteil. „Wir sind seither einen Schritt zurückgegangen“, so Russell.

Blick nach vorn: 2026 im Fokus

Chefingenieur Andrew Shovlin betont: „Wir analysieren alle Änderungen der letzten Wochen. Es ist nicht nur der Flügel.“

Ziel sei es, das Auto besser zu verstehen und Lehren für 2026 zu ziehen. Dann nämlich kommt das neue Reglement. Und Mercedes will wieder um den Titel fahren.

Ein Comeback wäre auch mit Blick auf den Fahrermarkt entscheidend: Max Verstappen bleibt 2026 zwar bei Red Bull, könnte aber für 2027 wieder interessant werden. Dafür braucht es ein Top-Auto. Toto Wolff weiß: Die Uhr tickt.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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