Formel 1

Geheimniskrämerei bei Ferrari: Hamilton mit Kampfansage

Formel 1 Lewis Hamilton und Charles Leclerc Ferrari China 2025
Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Credit: Meg Oliphant/Getty Images/Pirelli

Zwei Welten bei Ferrari: Während Lewis Hamilton nach seinem Tief vor der Sommerpause wieder Aufbruchsstimmung verbreitet, hüllt sich Charles Leclerc in Schweigen über seine plötzliche Ungarn-Schwäche.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Zwei Welten bei Ferrari: Während Lewis Hamilton nach seinem Tief vor der Sommerpause wieder Aufbruchsstimmung verbreitet, hüllt sich Charles Leclerc in Schweigen über seine plötzliche Ungarn-Schwäche.

Sieht er tatsächlich ein Licht am Ende des dunklen Ferrari-Tunnels oder zwingt sich nur zu guter Laune? Noch vor wenigen Wochen bezeichnete sich Lewis Hamilton im Fahrerlager des GP Ungarn am Hungaroring selbst als „nutzlos“ und schlug der Scuderia ernsthaft vor, ihn auszutauschen. Der einst so erfolgsverwöhnte Champion in der Sinnkrise. Allein: Vorm GP der Niederlande in Zandvoort schlägt der siebenmalige Champion nun andere Töne an. Die Sommerpause habe er für einen „Reset“ genutzt.

Hamiltons Reset bei Ferrari

Formel 1 Lewis Hamilton Ferrari Spa 2025
Lewis Hamilton. Credit: Ferrari

„Ich hatte Zeit, insbesondere in der vergangenen Woche, um zu überdenken, wo wir stehen, was wir verbessern wollen, welche Prozesse es gibt und was wir versuchen und ändern wollen, um voranzukommen“, sagt der 39-Jährige. Immerhin: Der Brite erkennt „viel Potenzial“ beim ältesten Rennstall der Welt. Trotz schwieriger Ergebnisse in der ersten Saisonhälfte – dazu gehörte eben auch Rang zwölf in Ungarn – betont er: „Es gibt viele positive Aspekte, die wir mitnehmen und auf denen wir aufbauen werden.“

Hamilton jedenfalls gibt sich mit ein wenig Abstand zur letzten Niederlage wieder kämpferisch: „Ich habe nie einfach angefangen und gewonnen. Es gab immer schwierige Zeiten. Ich bin jemand, der sich nicht gerne mit dem Erreichten zufrieden gibt und sich nicht gerne zurücklehnt.“

Russell verteidigt Hamilton

Formel 1 George Russell Mercedes 2024
George Russell. Credit: Sam Bloxham / Mercedes

Beistand bekommt der siebenmalige Weltmeister von Ex-Teamkollege George Russell. Der Mercedes-Pilot kann über die Nutzlos-Aussage von vor vier Wochen nur schmunzeln: „Natürlich redet Lewis Unsinn“, betont dessen britischer Landsmann. „Denn wir reden hier vom erfolgreichsten aller Formel-1-Fahrer. Die Leute sollten nicht vergessen – du kommst voller Emotionen aus dem Rennen, musst gleich Rede und Antwort stehen, und dann kann es an einem schlechten Tag halt auch mal zu solchen Aussagen kommen.“

Russell weiter: „Folgt dann ein guter Tag, ändert sich wieder alles. Lewis hat im ersten Teil der Saison den China-Sprint von Pole gewonnen – er hat es also noch voll drauf. Und niemand darf vergessen, wie stark sein Teamkollege Charles Leclerc ist.“

Leclerc hüllt sich in Schweigen

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari Ungarn 2025
Charles Leclerc. Credit: Ferrari

Apropos Leclerc: Der Monegasse sorgte vor der Sommerpause für großes Rätselraten. In Ungarn brach seine Performance nach einem starken Start und Pole-Position plötzlich ein. Russell glaubte schon gleich nach dem Rennen, dass eine zu geringe Bodenfreiheit dahintersteckt – und Ferrari ohne die Tempo-Drosselung disqualifiziert worden wäre. Doch Leclerc bremst die Theorie seines Gegners in Zandvoort aus.

„Ich werde mich dazu nicht äußern“, kontert der Ferrari-Star. „Was George gesagt hat, ist mir eigentlich egal. Die Situation ist viel komplexer, als er sie dargestellt hat. Wir werden nicht näher auf die Gründe eingehen. Es ist etwas, das wir zu beheben versuchen und woran wir arbeiten.“

Fest steht: Sowohl Hamilton als auch Leclerc müssen nach der Sommerpause liefern, wenn Ferrari Platz zwei in der Konstrukteurs-WM verteidigen will. Dort haben die Italiener derzeit 24 Zähler Vorsprung auf Mercedes.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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