Formel 1

Antonelli patzt: Ex-Weltmeister rechnet mit Mercedes-Rookie ab

Formel1 Antonelli Kies Zandvoort 2025
Kimi Antonelli. Credit: F1 / X
Bianca Garloff
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Andrea Kimi Antonelli verpasst auch in Zandvoort den Einzug in Q3. Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve findet klare Worte – und nimmt den 18-Jährigen hart ins Gericht.

Der Neustart nach der Sommerpause hätte die Wende bringen sollen, doch Andrea Kimi Antonelli scheiterte auch beim Heimspiel der Oranje-Fans an der Q3-Hürde, dem Sprung also in die Top 10. Der Mercedes-Rookie kam im Qualifying von Zandvoort nicht über Platz elf hinaus – zum vierten Mal in Serie.

Bei Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve ist deshalb die Geduld mit dem Mercedes-Rookie am Ende: „Die Pause hätte das große Reset sein sollen, war es aber nicht.“ Der 53-Jährige kritisiert: Antonelli habe sich „ein Stück weit selbst verbrannt“ und es sei „wirklich hart, von dort wieder zurückzukommen.“

Villeneuve: Formel 1 ist keine Schule

Dass Antonelli gerade erst 18 Jahre alt ist, lässt Villeneuve nicht gelten: „Das ist keine Ausrede. Es gab auch andere junge Fahrer. Das hier ist die Formel 1. Es ist die Spitze. Du kommst in die Formel 1, wenn du bereit bist. Das ist keine Schule.“

Formel 1 Kimi Antonelli Mercedes Spa 2025
Kimi Antonelli. Credit: Richard Pardon / Mercedes

Er verweist auf Verstappen (Debüt mit 17) und Hamilton (WM-Kandidat gleich im ersten Jahr 2017): „Du sollst ein paar harte Rennen haben und dich dann Schritt für Schritt steigern – so wie es Bortoleto gemacht hat. Antonelli macht das nicht.“

Antonelli hadert mit eigenen Fehlern

Dabei fehlten Antonelli am Samstag nur 0,021 Sekunden, um es ins Quali-Finale zu schaffen. „In meiner Runde habe ich in der letzten Schikane ein kleines bisschen zu spät gebremst, und da habe ich leicht blockiert. Genau da habe ich das Q3 verloren“, verrät er.

Dazu kam ein unglücklicher Start ins Wochenende: Schon im ersten Training hatte er den Mercedes ins Kiesbett gesetzt. Der Italiener räumt ein: „Der Ausrutscher in FT1 so früh hat das ganze Wochenende beeinträchtigt. Ich war immer hinterher und habe viele einzelne Runden verpasst, das hat nicht geholfen.“

Statt sich am Samstagmorgen auf das Qualifying vorzubereiten, musste der Rookie einen Longrun fahren: „Das hat auch nicht geholfen – und alles nur wegen meines Fehlers im ersten Training. Das war schade, weil ich mich im Auto eigentlich ziemlich wohlgefühlt habe und viel näher dran war als in den letzten Rennen.“

Mercedes-Rookie blickt nach vorn

Trotz Frust will Antonelli den Kopf nicht hängen lassen: „Ich denke, mit einem sauberen ersten Training wäre es ein anderes Wochenende gewesen, aber wir versuchen, nach vorne zu schauen für morgen.“

Ob er die Wende schafft, oder ob Villeneuve mit seiner harschen Kritik recht behält, wird sich schon im Rennen am Sonntag zeigen.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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