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Mercedes-Motoren als Sieggarantie: Wolff sauer wegen McLaren  

Formel 1 Lando Norris und Oscar Piastri McLaren Ungarn 2025
Lando Norris und Oscar Piastri. Credit: Guido De Bortoli/LAT Images/McLaren

Ausgerechnet Kundenteam McLaren fährt Mercedes davon – und das mit Motoren aus Brixworth. Für Toto Wolff ein Ärgernis mit Ansage.

Ralf Bach
Ralf Bach

Ausgerechnet Kundenteam McLaren fährt Mercedes davon – und das mit Motoren aus Brixworth. Für Toto Wolff ein Ärgernis mit Ansage.

Für Mercedes-Teamchef und -Anteilseigner Toto Wolff (53) sind es ungemütliche Zeiten. Sein geplanter Superdeal mit Max Verstappen scheiterte, Nachwuchshoffnung Kimi Antonelli (19) leistet sich Fehler am laufenden Band und das Schlimmste: Ausgerechnet Kundenteam McLaren dominiert die Formel 1 nach Belieben.

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Sky-Experte Ralf Schumacher (50) sagte bei F1-Insider.com: „Das wird intern nicht als so lustig angesehen, das wirft einige Fragen auf.“

Ganz neu ist das Problem nicht. Schon zu Zeiten von Mercedes-Sportchef Norbert Haug wurde es in der Konzernzentrale kritisch beäugt, wenn die eigenen Motoren Kunden-Teams schneller machten als die Silberpfeile.

McLaren und Mercedes: Geschichte wiederholt sich

Haug erinnerte sich bei Sky an die Jahre 2010 bis 2012, als McLaren oft vor Mercedes lag: „Nach außen ging man locker damit um, sprach davon, dass der Kunde der König sei. Aber intern wurde das natürlich hinterfragt.“

Formel 1 Oscar Piastri McLaren Zandvoort 2025
Oscar Piastri. Credit: Sam Bagnall/Sutton Images / McLaren

Der Unterschied: Damals war die Motoren-Partnerschaft ein gemeinsamer Beschluss aller Beteiligten. Heute kam der Deal auf Initiative von Mercedes-Chef Ola Källenius zustande, der 2020 beim GP von Italien in Monza persönlich mit McLaren-Miteigner Mansour Ojjeh unterschrieb. Treibende Kraft war der damalige McLaren-Teamchef Andreas Seidl. Er wusste, dass mit Renault als Motorenpartner kaum große Sprünge möglich waren – mit Mercedes aber sehr wohl.

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Wolff konnte den Deal damals nicht verhindern. Ralf Schumacher analysiert: „Ohne Mercedes-Motoren wäre McLaren sicher nicht in der Spitzenposition, in der sie sich heute befinden. Das ist wiederum ärgerlich für das Werksteam.“

„McLaren-Demütigung“ für Mercedes

Kein Wunder, dass Wolff die aktuelle Hackordnung wurmt. Beim GP der Niederlande sprach er gar von einer „McLaren-Demütigung“ für das gesamte Feld. Ferrari-Teamchef Fred Vasseur wollte das so nicht unterschreiben: „Im Qualifying sind sie stark, im Rennen noch stärker. Aber so weit würde ich nicht gehen.“

Formel 1 Toto Wolff Mercedes Australien 2025
Toto Wolff. Credit: Richard Pardon / Mercedes

Doch die Fakten sprechen für Wolff: Der McLaren MCL39 ist 2025 das Maß der Dinge – schnell, zuverlässig, variabel. Während viele Teams schon den Fokus auf das neue Reglement 2026 legen, bleibt McLaren die klare Macht.

Wolff sieht Mercedes im Rückstand

Für Mercedes bleibt die bittere Erkenntnis: Selbst mit optimaler Strategie reicht es nicht, McLaren oder Red Bull ernsthaft unter Druck zu setzen. Wolff: „Zwischen Max, den Ferraris und uns ist es derzeit ausgeglichen. Aber McLaren fährt in einer eigenen Liga.“

Besonders pikant: Die Motoren, die McLaren so stark machen, kommen weiterhin aus Brixworth und Mercedes ist vertraglich verpflichtet, sie bis mindestens 2030 zu liefern. Sehr zum Leidwesen von Toto Wolff.

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Autor

Ralf Bach
Ralf Bach

Ralf Bachs Zuhause ist der Formel-1-Zirkus. Seit rund 30 Jahren berichtet er für SPORT BILD, AUTO BILD MOTORSPORT, SPORT1 und das Ippen-Netzwerk (TZ München, Frankfurter Rundschau) von der Königsklasse. Für seine exklusiven Stories wurde er in die „Paddock Hall of Fame“ der Formel 1 aufgenommen. Auf F1-Insider.com schildert er, wie die Protagonisten ticken. Twitter: @ralfbond


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