Formel 1

Monza als Geburtsstunde von Sebastian Vettels Erfolgen

Sebastian Vettels erster Sieg in der Formel 1 2008 in Monza Credit: Red Bull Content Pool
Sebastian Vettels erster Sieg in der Formel 1 2008 in Monza Credit: Red Bull Content Pool

Vor 17 Jahren schrieb Sebastian Vettel Motorsport-Geschichte: Im unterlegenen Toro Rosso gewann der Heppenheimer 2008 den Italien-GP.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Vor 17 Jahren schrieb Sebastian Vettel Motorsport-Geschichte: Im unterlegenen Toro Rosso gewann der Heppenheimer 2008 den Italien-GP.

Wann hat es das schon mal gegeben, dass die Ferrari-fanatischen Tifosi einem Red Bull-Fahrer im heiligen Tempel des italienischen Motorsports zujubeln? Allein diese Szene während der Siegerehrung zeigt: Der Große Preis von Italien 2008 war kein gewöhnliches Rennen in Italien: Er war die Geburtsstunde von Sebastian Vettels Erfolgen in der Formel 1. 

Ein 21-jähriger Bub aus Heppenheim mischte damals plötzlich die Formel-1-Welt auf, in der Lewis Hamilton und Felipe Massa gerade um die WM-Krone kämpften. Und das in einem unterlegenen Toro Rosso – angetrieben immerhin von einem Ferrari-Motor. Völlig aus dem Nichts.

Vettel holte im Regen die Pole

Schon im verregneten Qualifying sorgte Sebastian Vettel für hochgezogene Augenbrauen, als er im Red Bull-B-Auto die Pole Position holte. Als bis heute jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte. „Einer meiner größten Träume wird wahr“, jubelte der deutsche Jungspund damals. „Ein Podium wäre schon schön.“ Von einem Sieg wagte da noch niemand zu träumen. Schon gar nicht Vettel selbst.

Formel 1 Sebastian Vettel Toro Rosso Monza Italien 2008
Sebastian Vettel. Credit: GEPA pictures / Red Bull Content Pool

Doch der Wettergott hatte andere Pläne und bewässerte die Strecke auch am Sonntag. Als das Rennen freigegeben wurde, spielte Vettel seine Stärke dank Regen-Abstimmung sofort aus. Nach wenigen Runden lag er fünf Sekunden vor Verfolger Heikki Kovalainen im McLaren.

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Während Stars wie Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen im Getümmel strauchelten, nutzte Vettel die freie Sicht und setzte sich immer weiter ab. Selbst als Hamilton zur Rennmitte schneller wurde, machte ein taktischer Fehlgriff beim Reifenwechsel alle Hoffnungen zunichte. Der spätere Weltmeister landete nur auf Rang sieben.

714 Tage nach Schumachers letztem Sieg

Vettel dagegen fuhr wie entfesselt, baute er seine Führung Runde um Runde aus und überquerte nach 53 Umläufen die Ziellinie mit über zwölf Sekunden Vorsprung als Erster. 714 Tage nach Michael Schumachers letztem Sieg stand wieder ein Deutscher ganz oben auf dem Podest. „So schön hätte ich mir das in meinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt“, freute sich Vettel.

Der Triumph machte den Hessen über Nacht zum „Super-Seb“. Nur zwei Jahre später krönte er sich in Abu Dhabi zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte und leitete eine neue deutsche Ära in der Königsklasse ein.

„Der Sieg stellt ein absolutes Highlight dar“, rekapituliert sein damaliger Teamchef Franz Tost auch heute noch im Gespräch mit F1-Insider.com. „Es war nicht nur der erste Sieg von Sebastian, sondern auch der erste Sieg in Red-Bulls-Formel-1-Projekt! Es war einfach nur sensationell, wie Sebastian und das Team damals alles umgesetzt haben, um unter den schwierigen Umständen im Regen zu gewinnen.“

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Fest steht auch heute noch: Monza 2008 ist als magischer Moment in die Formel-1-Geschichte eingegangen. Und als Geburtsstunde eines viermaligen Weltmeisters. Denn an jenem Sonntag im königlichen Park von Monza begann die Legende Sebastian Vettel.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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