Max Verstappen hat vergangenes Wochenende sein Debüt auf der Nürburgring-Nordschleife hingelegt und bekam dabei Unterstützung von Andreas Gülden, einem langjährigen Instruktor der Nürburgring Driving Academy. Der Schleifen-Experte führte den vierfachen Weltmeister an die „Grüne Hölle“ heran. Jetzt spricht der erfahrene Coach über seine Eindrücke.
„Ich habe ihn betreut. Das war mir anfangs fast unangenehm: einen vierfachen Weltmeister an die Hand zu nehmen“, gesteht Gülden im Podcast Backstage Boxengasse. „Aber Max hat es hochprofessionell gemacht. Wir haben alles auf ihn abgestimmt. Ihm eine Ideallinie zu erklären, wäre ein Witz, das haben wir gelassen.“

Nordschleifen-Tipps für Verstappen
Stattdessen lag der Fokus auf den Feinheiten, die selbst ein Formel-1-Star nicht im Simulator lernen kann: „Unterschiedliche Asphaltbeläge, die im Trockenen weniger, im Nassen aber sehr relevant sind. Jeder, der die Nordschleife kennt, weiß: Sie ist schon im Trockenen eine Herausforderung, im Nassen noch einmal mehr.“
Zum Einstieg ging es für Verstappen auf Bustour über die 24,3 Kilometer lange Kultstrecke. „Wir haben Tipps gegeben zu ersten Wasserbahnen bei starkem Regen, zum Beispiel im Kesselchen. Max war sehr interessiert. Wir sind sogar ausgestiegen und haben den klassischen Grip-Test mit der Schuhsohle gemacht.“
Dann folgte die Praxis: „Ich bin vor ihm als Guide gefahren, wir waren mit Funk verbunden, das war auch lustig. Mein Job war weniger ihm die Linie zu zeigen, eher ihm nicht im Weg zu stehen.“
Dass Verstappen bestens vorbereitet an den Start ging, überrascht Gülden nicht. „Ich bin seit Corona tief im Simracing und Teamchef von Nürburgring eSports. Max und ich sind in der DNLS schon gegeneinander angetreten. Er ist mir gnadenlos um die Ohren gefahren. Er hat tausende Runden auf der Nordschleife absolviert, sein Rating ist wahnsinnig hoch. Er hat die Weltspitze vorgeführt und Gesamtsiege geholt.“
Verstappen hat die Permit A erhalten
Doch auch für einen F1-Star gilt: Ohne Nordschleifen-Permit geht nichts. „Über den Lehrgang bekommst du eine Permit B. Für die Permit A brauchst du Rennerfahrung in kleineren Klassen. Die NLS ist Multiclass, GT3 zusammen mit kleineren Autos. Da lernst du, in den Rückspiegel zu schauen – oft die schwierigere Aufgabe.“
Am Ende war es ein erfolgreiches Wochenende für Verstappen. Mit seinem gedrosselten Porsche Cayman GT4 ist er einen sauberen NLS-Lauf hingelegt. Trotz des fehlenden zweiten Rennergebnisses hat er die Permit A erhalten. Das DMSB-Gremium hat ihm einer Sondergenehmigung erteilt, kein ungewöhnliches Vorgehen für Piloten, die nur aus unglücklichen, meist technischen Umständen, nicht alle Permit-A-Bedingungen erfüllen konnten.
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