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Verstappens irre Hetzjagd: So schnell war er auf Nordschleife wirklich

Max Verstappen Nordschleife NLS 9 2025 Ferrari 296 GT3
Max Verstappen. Credit: Jan Brucke/VLN

Formel-1-Weltmeister Max Verstappen dominiert bei GT3-Debüt – Rekord nur knapp verpasst.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Formel-1-Weltmeister Max Verstappen dominiert bei GT3-Debüt – Rekord nur knapp verpasst.

Kann er Nordschleife? Kann er GT3? Kann er Sportwagenrennen? Max Verstappen hat am Samstag alle Fragen eindrucksvoll beantwortet. Der viermalige Formel-1-Weltmeister gewann bei seinem ersten Start in der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) im Ferrari 296 GT3 – und lieferte eine Tempo-Show, die selbst gestandene Ring-Helden staunen ließ.

Von Platz drei schoss Verstappen gleich in Kurve eins nach vorn, übernahm die Führung – und fuhr allen davon. Sieben seiner elf Runden blieben unter acht Minuten. Im Schnitt nahm er Nordschleifen-Profi Frank Stippler über 3,5 Sekunden pro Runde ab. Nach knapp zwei Stunden lag Verstappen 53 Sekunden vorn, bevor er an Teamkollege Chris Lulham übergab.

Max Verstappen Nordschleife NLS 9 2025 Ferrari 296 GT3
Max Verstappen. Credit: Jan Brucke/VLN

„Er ist natürlich die Simulator-Generation, er kennt die Strecke, das Auto, ich habe nichts anderes erwartet“, zollte Frank Stippler Respekt. Auch HRT-Teamchef Uli Fritz war beeindruckt: „Frank hat sich ein paar Runden lang die Zähne an Max ausgebissen – das ist schon beeindruckend.“

Verstappen hat Rekord knapp verpasst

Und doch reichte es nicht ganz zum großen Coup. Mit 7:51,514 Minuten setzte Verstappen die schnellste Rennrunde, doch zwei Sekunden fehlten auf den offiziellen NLS-Rekord von Christian Krognes (7:49,578). In der theoretischen Idealrunde hätte Verstappen 7:49,806 geschafft, war da also nur drei Zehntel zu langsam.

„7:51 bei diesem Wetter ist sehr schnell“, sagte Rekordhalter Krognes anerkennend. Tatsächlich bremsten eine Gelbphase in Runde zwei und Überrundungsverkehr die Jagd auf die Bestmarke.

Max Verstappen Nordschleife NLS 9 2025 Ferrari 296 GT3
Max Verstappen. Credit: Jan Brucke/VLN

Auffällig: Verstappen war besonders stark auf dem GP-Abschnitt der NLS-Variante. Dort holte er fast zwei Prozent pro Runde auf Stippler heraus. Auch zwischen Hatzenbach und Flugplatz legte er zu, während Stippler im langen Mittelteil Zeit gutmachte. Auf der Döttinger Höhe war der Ford Mustang schlicht schneller als der Ferrari.

Lulham bringt den Sieg nach Hause

Nach 15 Runden übernahm Chris Lulham den Ferrari. Der Brite, den Verstappen seit diesem Jahr vom Simracing ins GT3-Cockpit begleitet, brachte den Sieg souverän ins Ziel. Zwar schrumpfte der Vorsprung wegen Code-60-Phasen auf 24 Sekunden, doch die Paarung Verstappen/Lulham war klar die stärkste des Feldes.

Fest steht: Verstappen hat bewiesen: Er kann nicht nur Formel 1, sondern auch Grüne Hölle. Der Rekord blieb knapp außer Reichweite, doch sein Sieg war eine Demonstration. Und eins ist sicher: Es war nicht sein letzter Höllenritt auf dem Nürburgring.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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