Formel 1

Hitzealarm in Singapur: FIA reagiert!

Max Verstappen, Red Bull Credit: Red Bull
Max Verstappen, Red Bull Credit: Red Bull
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Die FIA ruft erstmals den offiziellen Hitzealarm aus – und zwingt die Teams, ihre Piloten besonders zu schützen.

Singapur ist schon immer der Hitzekracher im Formel-1-Kalender. Jetzt hat die FIA erstmals offiziell den Hitzealarm ausgerufen. Grund: Der Wetterdienst des Weltverbands prognostiziert Temperaturen oberhalb des Grenzwerts von 31 Grad.

Für die Teams heißt das: Vorkehrungen treffen, Kühlsysteme aktivieren – und die Piloten schützen.

Singapur: Kühlwesten im Cockpit – Pflicht oder Kür?

Die Regeln sind eindeutig: Bei ausgerufenem Hitze-Risiko müssen alle Kühlsysteme im Auto verbaut und funktionstüchtig sein. Die Fahrer können jedoch selbst entscheiden, ob sie die Weste mit den Kühlschläuchen tatsächlich tragen wollen. Wer darauf verzichtet, muss die Gewichtsdifferenz ausgleichen.

Formel 1 Norris McLaren Singapur 2024
Lando Norris. Credit: McLaren

Ferrari-Star Charles Leclerc erklärte bei der Pressekonferenz: „Wir haben nun zumindest die Wahl. Wir ziehen das Tragen der Weste für das Training in Erwägung. Aber wir erwarten nicht, dass es im Rennen härter sein wird als im vergangenen Jahr.“

Formel-1-Fahrer setzen bei Hitze auf Sauna-Training

Besondere Vorbereitungen? Fehlanzeige! Neben klassischen Fitnessübungen schwören viele Fahrer auf Saunagänge, um den Körper an die Belastung zu gewöhnen. Leclerc bestätigte: „Außer ein paar Saunagängen ist da nicht viel.“

Die FIA hat aus den Bildern von Katar 2023 gelernt. Damals kollabierten Piloten regelrecht im Cockpit, Logan Sargeant musste sogar aufgeben. Manche Fahrer mussten sich übergeben. Seitdem sind verschärfte Maßnahmen in Kraft.

Tropenklima als zusätzliche Belastung

Das Besondere an Singapur: Neben der Hitze von weit über 30 Grad kommt eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 80 Prozent dazu. In den fast zweistündigen Nachtrennen verlieren die Piloten bis zu fünf Liter Flüssigkeit – bei nur einem Liter Trinkvorrat im Cockpit. Mercedes-Pilot George Russell und andere setzten daher schon bei früheren Rennen freiwillig auf Kühlwesten, auch ohne offiziellen Alarm.

Fest steht: Singapur bleibt der Härtetest der Saison – für Mensch und Material. Wer hier durchkommt, beweist nicht nur Speed, sondern auch körperliche Fitness.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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