Formel 1

Krach bei Ferrari: Team-Zoff und Ärger um Aussagen vom Leclerc-Manager

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari 2025
Charles Leclerc. Credit: Ferrari

Bei Ferrari brodelt es: Offener Streit in der Garage, Leclerc-Manager macht Druck.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Bei Ferrari brodelt es: Offener Streit in der Garage, Leclerc-Manager macht Druck.

Kehrt das Grande Casino endgültig zu Ferrari zurück? Hinter den Kulissen des Singapur-GP jedenfalls soll es ordentlich geknallt haben – sowohl innerhalb der Teamleitung als auch zwischen Fahrern und Ingenieuren. Laut italienischen Medien ist die Stimmung bei der Scuderia auf einem neuen Tiefpunkt angekommen.

Lautstarker Streit in der Ferrari-Garage

Wie die „Corriere dello Sport“ berichtet, kam es beim Rennwochenende in Singapur zu einem offenen Schlagabtausch zwischen Teamchef Fred Vasseur und Matteo Togninalli, dem Verantwortlichen für die technische Betreuung der Boliden.

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari 2025
Charles Leclerc. Credit: Ferrari

Die Diskussion soll derart heftig gewesen sein, dass sie in der Garage lautstark mitverfolgt werden konnte. Von einer „sehr angespannten Situation“ ist die Rede. Offenbar ging es um die anhaltende Formschwäche des SF-25 und die strategischen Entscheidungen des Teams.

Techniker sauer auf Leclerc

Auch Charles Leclerc sorgt intern zunehmend für Verstimmung. Der Monegasse lässt öffentlich kaum eine Gelegenheit aus, den schwachen Ferrari zu kritisieren – und das kommt im Team nicht gut an.

Laut italienischen Berichten wächst der Unmut vieler Techniker und Mechaniker, die sich durch die wiederholten Beschwerden des 27-Jährigen vor den Kopf gestoßen fühlen.

„Mercedes hat große Schritte nach vorne gemacht, wie Red Bull vor ein paar Rennen. Aber wir haben es nicht getan. Unter diesen Voraussetzungen ist es schwer, optimistisch zu bleiben“, hatte Leclerc in Singapur zum Besten gegeben. Solche Aussagen stoßen intern auf wenig Verständnis, zumal die Scuderia ohnehin unter Druck steht.

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari 2025
Charles Leclerc. Credit: Ferrari

Hinter den Kulissen könnte sich die Spannung derweil bald in Bewegung verwandeln. Nach Informationen von F1-Insider.com lässt Leclerc bereits sondieren, welche Optionen es außerhalb von Maranello gibt. Selbst bei Red Bull hat sich sein Manager Nicholas Todt demnach gemeldet. Die Ansprüche seines Klienten machte der Sohn von Ex-FIA-Präsident Jean Todt in der Straits Times in Singapur klar: „Charles ist neben Max und einigen anderen eines der größten Talente seiner Generation. Aber er ist kein Kind mehr: Er fährt schon viele Saisons für Ferrari, und ich denke, wir brauchen ein Siegerauto.“

Indirekt droht er der Scuderia mit Untreue: „Viele Fahrer warten erst einmal ab, wie konkurrenzfähig die verschiedenen Teams sind, bevor sie entscheiden, ob sie bleiben oder das Team wechseln. Ich erwarte einen sehr hitzigen Markt.“ Heißt übersetzt: Sollte Ferrari den Start in die neue Formel-1-Ära 2026 erneut vermasseln, könnte sich die Situation drastisch zuspitzen. Sowohl hinsichtlich Charles Leclerc als auch Teamchef Vasseur.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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