Peinliche Verwechslung in Austin: Falsche Formel-1-Geschichte auf Mario-Andretti-Tafel. Bei der Enthüllung einer Gedenktafel für US-Legende Mario Andretti patzen die Veranstalter.
Das hatten sich die Macher in Texas an diesem sonnigen Oktobermorgen auf dem Circuit of The Americas in Austin so nicht vorgestellt, als sie die Augen der Motorsportwelt auf eine glanzvolle Enthüllung richten wollten. Allein: Die neue Gedenktafel, als Hommage an die amerikanische Rennlegende Mario Andretti gedacht, sorgte für Hohn, Spott und Missmut statt für Heldenverehrung.

Dabei war die Enthüllungs-Szene perfekt inszeniert. „Andretti-Kurve“ stand in eleganten Lettern über Kurve 20, der letzten Biegung der texanischen Rennstrecke. Ein Ort, der nun offiziell den Namen eines der größten Rennfahrer der USA trägt. Mit einer Tafel, auf der fälschlicherweise Andretti als „einziger Amerikaner, der die Formel-1-Weltmeisterschaft gewonnen hat“ bezeichnet wird.
Der Fehler blieb nicht lange unbemerkt. Denn man hatte Phil Hill vergessen, unterschlagen oder bewusst weggelassen. Phil Hill, US-Rennfahrer und: Formel-1-Weltmeister 1961. Auch noch mit Ferrari.
Erster US-Weltmeister der Formel 1 war Phil Hill
Richtig ist: Hill, geboren in Miami und aufgewachsen in Kalifornien, war der erste Amerikaner, der die Formel-1-Weltmeisterschaft gewann. Und sie so nie gewinnen wollte: Denn als er den Titel in Monza sicherte, verunglückte sein Teamkollege und größter Titelkonkurrent im gleichen Rennen tödlich – die deutsche Rennsportlegende Graf Berghe von Trips.

Mario Andretti, 17 Jahre später Weltmeister von 1978, schrieb seine eigene, nicht minder beeindruckende Geschichte. Geboren in Montona, Italien, kam er als Kind in die USA, wurde amerikanischer Staatsbürger – und zu einer Ikone des Motorsports. Sein Name steht für Geschwindigkeit, Vielseitigkeit und Leidenschaft: Sieger beim Indy 500, Daytona 500, mehrfacher Sebring-Champion, IndyCar-Meister – und eben Formel-1-Weltmeister.
Reaktionen auf Social Media
Aber eben nicht der einzige aus den USA. Prompt gab es Reaktionen: Unter den Posts auf X und Instagram tummelten sich bald Kommentare von Fans, Historikern und ehemaligen Fahrern. Einige korrigierten sachlich, andere nahmen es mit Humor: „Vielleicht braucht Hill auch einfach seine eigene Kurve!“ schrieb ein Nutzer – und viele stimmten zu.
Ironischerweise hätte Hill das wohl mit einem schmalen Lächeln quittiert. Der stille Amerikaner, der Ferrari zum Titel führte, war nie jemand, der nach Ruhm suchte. Andretti selbst, heute tief in das neue Cadillac F1-Projekt eingebunden und seit Jahren Botschafter des US-Grand Prix, wird die Sache wohl ebenfalls mit einem Schmunzeln sehen.
Die Tafel, sie wird vermutlich geändert. Denn das die Amerikaner zwei Weltmeister in der automobilen Königsklasse hervorgebracht haben, ist nun mal in Stein gemeißelt.
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