Formel 1

Verstappen schimpft über „kaputten“ Red Bull – Krise spitzt sich zu

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Brasilien 2025
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Weltmeister Max Verstappen erlebt in Brasilien ein Desaster. Während Lando Norris und Oscar Piastri um den Titel kämpfen, kämpft Verstappen mit seinem unfahrbaren Auto.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Weltmeister Max Verstappen erlebt in Brasilien ein Desaster. Während Lando Norris und Oscar Piastri um den Titel kämpfen, kämpft Verstappen mit seinem unfahrbaren Auto.

Die furiose Aufholjagd von Max Verstappen in der Formel-1-Saison 2025 droht in São Paulo zu enden. Der Niederländer kam im Sprint-Qualifying nicht über Platz sechs hinaus – zu wenig, um im WM-Kampf gegen die dominierenden McLaren ernsthaft gegenzuhalten.

„Das Auto ist kaputt, es ist unfahrbar!“, schimpfte der Weltmeister im zweiten Sprint-Quali-Abschnitt über Funk. Schon da hatte sich angedeutet, dass sein Red Bull auf dem Traditionskurs von Interlagos einfach nicht funktioniert. Zwar war Verstappen im SQ1 noch Zweiter – allerdings mit mehr als drei Zehnteln Rückstand auf die Bestzeit. In SQ2 retteten ihn schließlich eine Gelbphase und ein Wimpernschlag Vorsprung ins letzte Segment.

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Brasilien 2025
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Doch in SQ3 lief gar nichts mehr: Nach einer Top-Zeit im ersten Sektor verlor Verstappen im Mittelsektor fast vier Zehntel – und damit jede Chance auf die Pole. Am Ende reichte es nur für Startplatz sechs, hinter beiden Mercedes und den Aston Martins von Fernando Alonso und Lance Stroll.

„Der Mittelsektor war grauenhaft“, fasst Verstappen zusammen. „Das Auto lenkt nicht ein – und gleichzeitig kann ich mich auf das Heck nicht verlassen.“ Untersteuern vorne, Übersteuern hinten – ein Albtraum für jeden Fahrer.

Marko über den Red Bull: „Fehlt Abtrieb und Grip“

Auch Red-Bull-Berater Helmut Marko zeigte sich ratlos: „Wir sind in Sektor 1 und 3 bis auf Hundertstel dabei. Aber in Sektor 2, mit den meisten Kurven, fehlt uns einfach Abtrieb und Grip.“

Formel 1 Laurent Mekies, Max Verstappen und Dr. Helmut Marko Red Bull Brasilien 2025
Laurent Mekies, Max Verstappen und Dr. Helmut Marko. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Die Analyse bestätigt, was Verstappen schon seit Mexiko spürt: Das Auto arbeitet nicht konstant. Zuletzt halfen kleine Setup-Wunder, die Defizite auf den Geraden zu kaschieren. Doch in Brasilien, wo lange, fließende Kurven dominieren, ist der RB21 im Nachteil. Dazu kamen laut Verstappen Vibrationen und Fahrwerksprobleme, die die Abstimmung weiter erschwerten.

Regen als letzte Rettung für Verstappen?

Ein Hoffnungsschimmer bleibt: Regen. Der ist für den Sprint am Samstag (15:00 Uhr, Sky) angekündigt – und auf nasser Strecke hat Verstappen in Brasilien schon mehrfach gezaubert. 2016 wurde er im strömenden Regen Dritter, 2024 gewann er nach einem Chaosrennen sogar von Startplatz 17.

Doch diesmal bleibt der Optimismus gedämpft. „Ich erwarte nicht, dass es im Nassen plötzlich viel besser ist“, sagt Verstappen. „Wenn uns Abtrieb fehlt, wird das im Regen eher schlimmer.“

Selbst Marko bleibt vorsichtig: „Für das Sprintrennen sehe ich keine Möglichkeiten – außer, es regnet wirklich stark.“ Immerhin: Nach dem Sprint dürfen die Teams das Setup für den Grand Prix am Sonntag (18:00 Uhr, Sky) anpassen. „Das Wichtigste ist das Hauptrennen“, so Marko. „Wir müssen jetzt Lösungen finden.“

McLaren enteilt – Red Bull ohne Antwort

Während Red Bull kämpft, setzt McLaren seine Dominanz fort. Lando Norris startet im Sprint von Pole, Teamkollege Oscar Piastri von Platz drei. Die beiden trennen in der WM nur ein Punkt – während Verstappen mit 36 Zählern Rückstand den Anschluss zu verlieren droht.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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