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Mercedes zeigt beweglichen Flügel: So radikal wird die Formel 1 2026

Formel 1 George Russell Mercedes Abu Dhabi 2025
George Russell. Credit: Mercedes
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mercedes zeigt beim Abu-Dhabi-Test erstmals, wie radikal der Sport 2026 aussehen wird. Ein beweglicher Frontflügel  gibt einen echten Vorgeschmack auf die neue Ära der aktiven Aerodynamik.

Eigentlich sollten beim offiziellen Reifentest nach dem Saisonfinale nur Pirellis 2026er-Prototypen im Fokus stehen. Doch Mercedes stahl in Abu Dhabi allen die Show. Denn am Auto von Jungstar Andrea Kimi Antonelli verbaute das Team den spektakulärsten Blick in die Formel-1-Zukunft: einen voll beweglichen Frontflügel.

2026 fällt das klassische DRS weg. Stattdessen öffnen sich sowohl der vordere als auch der hintere Flügel auf den Geraden – ein „Straight-Line-Mode“, der Luftwiderstand reduziert und Tempo bringt. Genau das durften die Teams jetzt erstmals im Realbetrieb testen.

Mercedes sorgt für den Hingucker des Tages

Beim Silberpfeil war das System am weitesten sichtbar ausgearbeitet: Die oberen Flügelelemente lassen sich über ein massives Aktuationsmodul und eine dicke Leitungsführung in der Nase anheben. Noch weit entfernt vom finalen 2026-Design – aber technisch bereits verblüffend nah an dem, was ab der kommenden Ära Standard wird.

Mercedes Frontflügel Abu Dhabi 2025
Mercedes testet beweglichen Frontflügel für 2026

Auch Ferrari testet sein Konzept. Die Scuderia hatte den eigenen beweglichen Frontflügel bereits zuvor bei einem geheimen Test im Einsatz und brachte das System ebenfalls nach Abu Dhabi.

Warum das für Pirelli so wichtig ist

Reifenchef Mario Isola erklärt den Hintergrund: „Die FIA hat den Teams die Möglichkeit gegeben, ein System zu entwickeln, das den Straight-Line-Mode am Frontflügel nachbildet.“

Für Pirelli ist der Vergleich zwischen Autos mit und ohne aktive Aero entscheidend, um zu verstehen, wie die völlig neuen 2026-Pneus unter Last reagieren. „Als wir den ersten Test mit Ferrari durchgeführt haben, war es wirklich nützlich, um die anderen Tests repräsentativer zu machen“, so Isola.

Weil beim Reifentest keine Geschwindigkeitslimits für die Geraden gelten, können die Teams erstmals Daten sammeln, die sich realistisch auf 2026 übertragen lassen.

Mehrere Teams experimentierten zudem mit Übergangsfelgen – ein erster Schritt hin zu den 2026er-Felgen, die den Konstrukteuren wieder mehr Freiheiten geben. Die Ergebnisse seien aber nur bedingt aussagekräftig, betont Isola. Grund: Die Bremsen, ein entscheidender Faktor für die Reifen-Temperatur, entsprechen noch dem aktuellen Reglement.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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