Formel 1

Brisanter Deal: Das steckt hinter dem neuen Formel-1-Vertrag

Formel 1 Baku Aserbaidschan Start 2025
Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Das neue Concorde-Agreement sichert die Formel 1 bis 2030, doch es verschiebt die Machtverhältnisse deutlich.

Die Zukunft der Formel 1 ist geregelt: Die Teams, der Automobil-Weltverband FIA, das Formel-1-Management (FOM) und alle elf Teams haben sich auf das neue Concorde-Agreement geeinigt. Der Vertrag gilt von 2026 bis 2030 – also für die nächsten fünf Jahre.

Unterschrieben wurde das Abkommen am Rande der FIA-Generalversammlung in Taschkent. Es ergänzt den bereits im Frühjahr geschlossenen kommerziellen Teil des Concorde-Agreements, der die Verteilung der Einnahmen regelt.

Neues Concorde-Abkommen: Mehr Geld für die FIA

Brisant für die Teams: Die Einschreibegebühren werden angepasst. Bislang setzte sich die Zahlung aus zwei Teilen zusammen, einer Grundgebühr und einem leistungsabhängiger Zusatzbetrag pro WM-Punkt der Vorsaison. Je erfolgreicher eine Mannschaft war, desto höher fiel also die Rechnung aus. Topteams zahlten deutlich mehr als Hinterbänkler.

Formel 1 Mohammed ben Sulayem FIA 2024
FIA Präsident Mohammed ben Sulayem. Credit: Red Bull Content Pool

Wie Motorsport.com berichtet, wird dieses System nun neu gewichtet: Die Grundgebühr steigt für alle Teams. Der leistungsabhängige Anteil bleibt bestehen, soll aber stärker zur Finanzierung der FIA beitragen. Heißt also: Insgesamt fließt mehr Geld in den FIA-Haushalt.

Ziel: Die FIA soll ihre Aufgaben in der Formel 1 professioneller erfüllen können. Der Weltverband will die Mittel nutzen, um Strukturen zu modernisieren – etwa bei Rennleitern, Offiziellen und Sportkommissaren.

Weniger Macht für die Teams

Ebenso kritisch aus Teamsicht: Die Abstimmungsregeln für Reglements-Entscheidungen ändern sich.

Ab 2026 reicht für eine einfache Mehrheit in der Formel-1-Kommission die Zustimmung von vier statt bisher sechs Teams. Für eine sogenannte Supermehrheit bei weitreichenderen Änderungen werden künftig sechs statt acht Stimmen benötigt.

Heißt: FIA und FOM bekommen mehr Einfluss, die Teams verlieren Macht.

Kommentar

Das neue Concorde-Abkommen verschiebt die Kräfteverhältnisse spürbar. Die Teams zahlen mehr, haben weniger Einfluss – und werden damit klar geschwächt. Gleichzeitig könnten genau diese Änderungen die Formel 1 handlungsfähiger machen. Ob das dem Sport langfristig guttut, hängt davon ab, wie verantwortungsvoll diese neue Macht genutzt wird.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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