DRS war gestern: Ab 2026 sorgt der neue Overtake Mode für mehr Spannung. So funktioniert die Technik – und warum Überholen taktischer wird.
Mit dem Formel-1-Reglement für 2026 verschwindet das Drag-Reduction-System (DRS). An seine Stelle tritt der sogenannte Overtake Mode, der Überholmanöver nicht mehr aerodynamisch, sondern über das Energiemanagement der Power Unit ermöglichen soll.
Der Overtake Mode kann nur dann aktiviert werden, wenn ein Fahrer am festgelegten Messpunkt, in der Regel in der letzten Kurve, innerhalb von einer Sekunde hinter dem Vordermann liegt. Wird diese Bedingung erfüllt, darf der Fahrer den Modus einschalten und ihn in der darauffolgenden Runde nutzen.
Was ist der Overtake Mode und wie funktioniert er?
Technisch erlaubt der Overtake Mode eine zusätzliche Rekuperation von 0,5 Megajoule (MJ) elektrischer Energie. Diese Energie fließt in die Batterie und wird über ein eigenes elektrisches Leistungsprofil verwaltet, das nur im Overtake Mode zur Verfügung steht. Insgesamt darf ein Fahrer in dieser Runde somit 9 MJ rekuperieren und nutzen, während Fahrer ohne Overtake Mode auf 8,5 MJ begrenzt sind.
Auf der Strecke entsteht der Vorteil durch die Möglichkeit, über längere Zeit eine höhere elektrische Leistung abrufen zu können. Besonders auf langen Geraden kann so eine höhere Endgeschwindigkeit erzielt und der Abstand zum vorausfahrenden Auto effektiver verkürzt werden. Dabei greift ein weiterer Vorteil für den hinterherfahrenden Piloten.
Der Elektromotor trägt fast 50 Prozent zur Gesamtleistung bei
Denn während beim vorausfahrenden Fahrzeug ab 290 km/h schrittweise die Leistung abnimmt, darf das Fahrzeug im Overtake-Modus bis zu einer Geschwindigkeit von 337 km/h die vollen 350 kW des Elektromotors abrufen.
Der Overtake Mode passt zur neuen Motoren-Philosophie ab 2026. Der elektrische Anteil der Power Unit steigt auf rund 350 kW (476 PS), während der Verbrennungsmotor etwa 400 kW (544 PS) liefert. Damit rückt die Formel 1 näher an eine 50:50-Aufteilung zwischen Elektro- und Verbrennungsleistung heran.
Abschließend: Der Overtake Mode ist kein klassischer „Knopf-zum-Überholen“, sondern ein strategisches Werkzeug, das Energiemanagement, Timing und Streckenlayout stärker denn je miteinander verknüpft.
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