Formel 1

Streit in der Formel 1: Motorentrick soll 15 PS bringen

Mercedes Motor Formel 1, Credit: Mercedes
Mercedes Motor Formel 1, Credit: Mercedes
Alex Warneke
Alex Warneke

Motoren-Zoff vor Saisonstart: Ein möglicher Regeltrick bei den neuen F1-Antrieben soll bis zu 15 PS bringen. Herstellern drohen Proteste schon in Melbourne.

Der Formel 1 droht zum Start der neuen Motoren-Ära 2026 direkt der nächste große Konflikt. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com sorgt ein möglicher Regeltrick bei den neuen Antrieben für erheblichen Ärger zwischen den Motorenherstellern, inklusive der Gefahr von Protesten bereits beim Saisonauftakt in Melbourne.

Im Fokus steht das Verdichtungsverhältnis der Verbrennungsmotoren. Um neuen Herstellern wie Audi und Red Bull Powertrains den Einstieg zu erleichtern, hat die FIA für 2026 einige Parameter angepasst. Während der V6-Turbomotor grundsätzlich gleich bleibt, wurde das maximal erlaubte geometrische Verdichtungsverhältnis von 18:1 auf 16:1 reduziert. Dieses Verhältnis beschreibt, wie stark das Luft-Kraftstoff-Gemisch im Zylinder verdichtet wird.

Formel 1 2026, Credit: F1
Formel 1 2026, Credit: F1

Formel 1: Konkurrenten üben Druck auf die FIA aus

Nun heißt es aus dem Fahrerlager, dass Mercedes – möglicherweise auch Red Bull Powertrains – einen Weg gefunden hat, dieses Limit im realen Betrieb zu umgehen. Grundlage ist ein Zusatz zum Technischen Reglement (Dokument 042), der das Messverfahren definiert. Gemessen wird das Verdichtungsverhältnis statisch bei Umgebungstemperatur. Im Fahrbetrieb sollen durch gezielte Nutzung der Wärmeausdehnung bestimmter Bauteile jedoch wieder effektive Werte von bis zu 18:1 erreicht werden.

Die Konkurrenten drängen deshalb auf eine Klarstellung durch die FIA. Sie verweisen auf Artikel C1.5 des Reglements, wonach die Fahrzeuge zu jeder Zeit den technischen Vorschriften entsprechen müssen. Die Diskussion erinnert an frühere Streitfälle um flexible Aerodynamik, die ebenfalls nur statisch geprüft wurde.

Ein Motorenvorteil von rund 15 PS

Die FIA bestätigt, dass Wärmeausdehnung die Bauteilmaße im Betrieb beeinflussen kann, räumt aber ein, dass aktuell keine Messung unter heißen Bedingungen vorgesehen ist. Das Thema werde weiter diskutiert, mögliche Anpassungen seien nicht ausgeschlossen.

Brisant: Die Zeit bis zum Saisonstart am 8. März 2026 ist zu knapp für grundlegende Motorenänderungen. Sollte der Trick erlaubt bleiben, rechnen Gegner mit einem Vorteil von rund 15 PS, was je nach Strecke bis zu drei Zehntelsekunden pro Runde bedeuten kann. Ein späteres Nachziehen der Konkurrenz wäre kaum möglich.

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Autor

Alex Warneke
Alex Warneke

Alex ist unser Hybrid im Redaktionsteam. Als Rennspiel-Experte versorgt er die F1 Insider Leser mit Texten aus der SimRacing-Welt. Zudem ist Alex als Videocreator im F1-Insider-Team aktiv. Interviews und spannende Themen aus der Formel 1 bereitet er für unseren YouTube Kanal auf.


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