Formel 1

Vettel packt über Schumacher-Geständnis aus

Formel 1 Sebastian Vettel
Sebastian Vettel. Credit: Red Bull Content Pool

Sebastian Vettel hat offen darüber gesprochen, warum er sich nach seinem schwierigen Ferrari-Aus noch einmal auf ein neues Abenteuer eingelassen hat: Aston Martin.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Sebastian Vettel hat offen darüber gesprochen, warum er sich nach seinem schwierigen Ferrari-Aus noch einmal auf ein neues Abenteuer eingelassen hat: Aston Martin.

Das Hamilton-Desaster bei Ferrari lässt im Nachhinein auch Sebastian Vettels Zeit in Rot in einem anderen Licht erscheinen. Ausgebrannt war das Abenteuer für den viermaligen Champion Ende 2020 vorbei. Doch mit der Formel 1 hatte er da noch nicht abgeschlossen, wechselte deshalb zu Aston Martin. Dabei war es für Vettel mehr als nur ein neuer Vertrag. Es war eine Frage an sich selbst.

„Ich habe letztlich nach einer Bestätigung gesucht: Kann ich das noch?“, erklärt er rückblickend im F1-Podcast. „Das klingt vielleicht komisch, denn natürlich kann ich es – ich habe es ja so oft bewiesen. Aber diese Unsicherheit, die hat jeder Fahrer. Jeder im Feld.“

Vettel gibt zu: Selbst Legenden zweifeln

Besonders bemerkenswert: Vettel spricht in diesem Zusammenhang auch offen über Gespräche mit Michael Schumacher. „Ich habe vor vielen Jahren mit Michael darüber gesprochen – und selbst er hatte diese Zweifel“, verrät der Heppenheimer. „Was? Du auch? Für mich war das unvorstellbar. Er war der Größte, mein Idol, ich hatte Poster von ihm an der Wand. Und trotzdem war da Unsicherheit.“

Formel 1 Sebastian Vettel Aston Martin Mexiko 2022
Sebastian Vettel. Credit: Aston Martin

Diese Erkenntnis half Vettel, seine eigene Situation einzuordnen. „Wir alle haben das. Und diese Jahre bei Aston Martin waren wichtig für mich – nicht unbedingt wegen der Ergebnisse, sondern weil ich mich fahrerisch wieder wohlgefühlt habe.“

Nicht mehr der absolute Peak

Vettel gibt aber auch zu: Sein absolutes Leistungsmaximum lag da bereits hinter ihm. „Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass sich das Team schneller entwickelt. Aber ich glaube, ich hatte auch in dieser Phase noch starke Auftritte – nur insgesamt war ich nicht mehr auf meinem Peak.“

Immerhin: In zwei Jahren bei Aston Martin war Vettel im internen Duell mit Lance Stroll klarer Teamleader. Sein letzter Podestplatz gelang ihm 2021 in Baku, als er Zweiter wurde. In Ungarn verpasste er einen weiteren Podiumsplatz nur knapp – eine Disqualifikation wegen einer zu geringen Spritmenge kostete ihn Rang zwei.

Ende 2022 zog Vettel schließlich einen Schlussstrich unter seine Formel-1-Karriere. Sein Cockpit übernahm Fernando Alonso. Allein: Beim mittlerweile 44-Jährigen scheint es diese Selbstzweifel nicht zu geben…

FOLGT UNS AUF YOUTUBE!
DAS IST F1-Insider.com!


Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


Verwandte Artikel