Mick Schumacher wird vor seinem Debüt in der IndyCar-Serie ein umfangreiches Testprogramm absolvieren. Auch sein Team stellt sich hinter den Kulissen neu auf.
Die Aufregung diesseits und jenseits des Atlantiks ist groß: Mick Schumacher wechselt 2026 in die IndyCar-Serie. Für die IndyCar ist der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher der größte Name seit Jahren. Entsprechend hoch ist die Erwartungshaltung bei den US-Rennfans. Für Deutschland wird Schumacher der erste Vertreter beim Indy 500 seit mehr als 100 Jahren sein.
Auch wenn die IndyCar oft als US-Pendant der Formel 1 gilt, unterscheidet sie sich in vielen Punkten deutlich. Keine Fahrhilfen wie Servolenkung, bis zu 760 PS, dazu Strecken ohne Auslaufzonen. Vor allem aber: die gefährlichen Ovale. Dort erreichen die Autos Geschwindigkeiten von bis zu 380 km/h – ohne Sturzraum, jeder Fehler endet in der Mauer. Viele Europäer meiden daher die IndyCar, ihnen ist das Risiko zu groß.

Nicht so Mick Schumacher. Der 25-Jährige ist bislang allerdings noch nie auf einem Oval gefahren. Das wird sich am 4. Februar ändern. Dann steigt Schumacher in seinen Rahal Letterman Lanigan Dallara-Honda in Homestead/Miami zu seinem ersten Ovaltest.
Mick Schumacher: Sieben Testtage vor dem Indycar-Saisonstart
So viel steht fest. Der genaue Fahrplan wird derzeit noch ausgearbeitet. „Vorher wird Mick auch noch im Simulator trainieren“, verrät Teampräsident Jay Frye. Insgesamt sind sieben Testtage für Schumacher geplant. Nach dem Ovaltest in Homestead geht es am 9. und 10. Februar zum Gruppentest nach Sebring, wo er auf die meisten seiner Kontrahenten treffen wird. Anschließend folgt am 17. und 18. Februar bereits der nächste Ovaltest in Phoenix, Arizona.
Die Ovaltests sind äußerst wichtig. Schumacher muss dort ein festgelegtes Rookie-Programm absolvieren – und bestehen. Andernfalls ist er nicht startberechtigt. In der Regel ist das allerdings eher Formsache.

Zumal Rahal Letterman Lanigan plant, einen erfahrenen IndyCar-Piloten als Assistenten zu verpflichten. Das ist kein Novum: Die Spitzenteams arbeiten seit Jahren mit solchen Fahrertrainern. Penske etwa setzt auf Rick Mears, der sowohl die IndyCar-Meisterschaft als auch das Indy 500 jeweils viermal gewann. Für Ganassi ist Dario Franchitti tätig, ebenfalls viermal Meister und dreimal Sieger der legendären 500 Meilen von Indianapolis. Frye bestätigt: „Wir arbeiten genau an einer solchen Lösung. Graham Rahal ist als Teamkollege zwar sehr erfahren, aber er ist selbst stark eingebunden – schließlich muss er auch fahren.“
Früherer Schumi-Rivale als Mick-Coach?
Möglicherweise wird Schumachers Coach ein Fahrer, gegen den bereits Vater Michael Schumacher in der Formel 1 angetreten ist: Takuma Sato. Der Japaner stand bereits 16 Mal beim Indy 500 am Start, gewann das Rennen 2017 und 2020 – letzteren Sieg ebenfalls für das Rahal-Team. Im vergangenen Jahr qualifizierte er sich für Rahal beim Indy 500 als Zweiter. Zwar dürfte Sato, der am 28. Januar seinen 49. Geburtstag feiert, auch 2026 wieder in einem vierten Auto des Teams beim Indy 500 antreten, doch bis dahin könnte er Schumacher als Coach zur Seite stehen.

Unklar ist auch noch, wer Schumachers Rennstratege wird. Heiß gehandelt wird Gavin Ward, der bereits für Red Bull in der Formel 1 tätig war, bei Penske mit Josef Newgarden als Chefingenieur und Stratege Erfolge feierte, zuletzt Teamchef beim McLaren-IndyCar-Team war und inzwischen bei Rahal Letterman Lanigan angeheuert hat.
Zuletzt war das Team von Bobby Rahal sportlich ins Hintertreffen geraten. Der letzte Sieg (Christian Lundgaard in Toronto 2023) liegt fast drei Jahre zurück, der letzte Titel mit Teameigner Bobby Rahal am Steuer (1992) sogar bereits 34 Jahre.
Seit dem 1. April 2025 ist jedoch Jay Frye Teampräsident. Frye leitete unter anderem das NASCAR-Team von Red Bull und war mehr als zehn Jahre bei der IndyCar-Organisation selbst tätig, zeitweise sogar als Präsident. Er ist hervorragend vernetzt und will Rahal Letterman Lanigan nun neu ausrichten und wieder nach vorn führen. Mick Schumacher ist dabei ein Baustein von vielen.
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