Christian Horner will zurück in die Formel 1. Hinter den Kulissen laufen Gespräche mit zwei Teams, doch der Weg zurück in die Königsklasse ist steinig.
Feiert der umstrittenste Teamchef der vergangenen Jahre 2026 sein Comeback in der Formel 1? Seit der spektakulären Trennung von Christian Horner und Red Bull Anfang Juli 2025 brodelt die Gerüchteküche. Immer wieder wird der langjährige Red-Bull-Teamchef mit neuen Rennställen in Verbindung gebracht. Besonders häufig fällt dabei ein Name: Alpine.
Vorm Jahreswechsel nahmen die Spekulationen Fahrt auf. Angeblich stehe Horner kurz vor einem Einstieg beim britisch-französischen Rennstall, der aktuell von Flavio Briatore geführt wird, berichtete unter anderem der niederländische Telegraaf. Doch so weit ist es noch nicht.
Christian Horner: Zwei Teams, ein Ziel
Der Grund: Horner spricht nicht nur mit Alpine. Nach Informationen von F1-Insider.com laufen parallel auch Gespräche mit Aston Martin. Beim britischen Traditionshersteller unter Führung von Milliardär Lawrence Stroll soll Horner – unterstützt von amerikanischen Investoren – als Anteilseigner einsteigen.

Brisant dabei: Bei den Investoren soll es sich ausgerechnet um Otro Capital handeln. Jene US-Investmentfirma, die gemeinsam mit Partnern 24 Prozent der Anteile an Alpine hält – und diese offenbar an Horner (!) verkaufen will. Hintergrund ist die sportliche Misere: Alpine fährt hinterher, zu wenig für die ambitionierten Geldgeber.
Für Otro Capital & Co. wäre ein Ausstieg bei Alpine und ein Einstieg bei Aston Martin doppelt lukrativ. Die Anteile, die im Sommer 2023 für rund 200 Millionen Euro erworben wurden, dürften sich inzwischen mindestens verdoppelt haben. Zu den bekannten Investoren zählen unter anderem Schauspielstar Ryan Reynolds und NFL-Superstar Patrick Mahomes.
Alpine: Briatore und Ecclestone
Nach Informationen aus Formel-1-Kreisen würde Horner bei einem Deal mit Alpine die Anteile von Otro Capital übernehmen, während er bei Aston Martin gemeinsam mit der US-Firma investieren würde. Klar ist: Der Brite will künftig nicht mehr nur Angestellter sein, sondern – nach dem Vorbild von Toto Wolff bei Mercedes – Mitinhaber.

Unterstützung hätte Horner bei Alpine durchaus. Chefberater Flavio Briatore gilt als enger Vertrauter. Auch Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone würde dem Projekt wohlwollend gegenüberstehen. Eigenes Geld würde er allerdings nicht investieren – zumindest nicht bei Alpine. Das sagte er F1-Insider bereits vor zwei Monaten. Er rät dem 52-Jährigen vielmehr zum Deal mit Aston Martin.
Aston Martin: Newey und Verstappen
Doch auch bei Aston Martin gibt es Hürden. Designgenie Adrian Newey, aktuell Teamchef und Anteilseigner, soll wenig Interesse daran haben, wieder mit seinem früheren Vorgesetzten zusammenzuarbeiten. Neben persönlichen Gründen spielen auch sportliche Erwägungen eine Rolle: Newey fürchtet, ein Horner-Engagement könnte Wunschfahrer Max Verstappen abschrecken.
Hinzu kommt ein formales Hindernis. In seinem Abfindungsvertrag mit Red Bull unterschrieb Horner eine sogenannte „Gardening-Leave“-Klausel. Sie verbietet ihm eine aktive Rückkehr in die Formel 1 vor Mai 2026. Red Bull ließ sich diese Absicherung einiges kosten: Laut BBC erhielt er rund 60 Millionen Euro Abfindung. Ob die Klausel auch für eine Rolle als Investor gilt, ist allerdings offen.

Fest steht: Ein schnelles Comeback ist unwahrscheinlich. Dazu kommt: Alpine will laut F1-Insider-Recherchen bis September keine Entscheidung über einen möglichen Anteilsverkauf treffen. Die Sorge: Eine Horner-Beteiligung könnte den neuen Motorpartner Mercedes verärgern. Zur Erinnerung: Wolff und der Brite gelten im Fahrerlager als Lieblingsfeinde.
Horner will zurück – mit mehr Macht als je zuvor. Doch zwischen Alpine, Aston Martin, Investoren und alten Rivalitäten sind noch viele Fragen offen.
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