Zoff um die neuen F1-Motoren: Mehrere Hersteller nehmen Mercedes ins Visier. Am 22. Januar kommt es zum Treffen mit der FIA.
Der Streit um die neuen Formel-1-Motoren für 2026 spitzt sich weiter zu. Im Fokus steht Mercedes und ein technischer Kniff, der aktuell zwar als regelkonform gilt, bei der Konkurrenz aber für massiven Unmut sorgt. Nun gibt es eine konkrete Entwicklung: Am 22. Januar treffen sich die Motorhersteller mit der FIA zu einer Sitzung.
Ferrari, Honda und Audi wollen bei diesem Treffen offiziell fordern, dass die von Mercedes genutzte Technik noch im Laufe der Saison verboten oder zumindest klar eingeschränkt wird. Der Vorwurf: Der Kontrahent erhöhe im realen Fahrbetrieb das Verdichtungsverhältnis über die erlaubte Grenze hinaus.
Verdichtungstrick bei Mercedes
Konkret geht es um das für 2026 festgelegte maximale Verdichtungsverhältnis von 16:1. Die FIA misst diesen Wert jedoch statisch bei Umgebungstemperatur. Mercedes soll einen Weg gefunden haben, durch thermische Ausdehnung bestimmter Bauteile im heißen Rennbetrieb effektiv wieder Werte von bis zu 18:1 zu erreichen. Auf dem Papier ist alles legal – auf der Strecke ergibt sich jedoch ein messbarer Performance-Vorteil.
Brisant: Die FIA stuft diese Methode bislang nicht als Regelverstoß ein. Entscheidend dafür soll gewesen sein, dass Mercedes den Ansatz frühzeitig gegenüber dem Automobilweltverband offenlegte und sich vor der Weiterentwicklung rechtlich absicherte. Ein nachträgliches Verbot wäre für den Weltverband heikel, zu hoch sind Entwicklungsaufwand, Kosten und Planungssicherheit bei den neuen Power Units.
FIA-Treffen mit den Motorherstellern vor den Testfahrten
Während Ferrari, Honda und Audi nun auf Transparenz statt Grauzone pochen, hält sich Red Bull offiziell zurück. Der Grund: Auch Red Bull Powertrains soll versucht haben, den sogenannten Kompressionstrick zu kopieren. Ein offener Angriff auf die Marke mit dem Stern würde die eigene Position schwächen.
Fest steht: Das Thema erinnert stark an 2014, als die Silberpfeile mit einem technischen Vorsprung in die Hybrid-Ära starteten und die Formel 1 über Jahre dominierten. Noch ist offen, ob die FIA eingreift oder den Kniff weiter duldet. Klar ist aber: Die Motoren-Ära 2026 beginnt bereits Monate vor dem ersten Rennen und zwar am Verhandlungstisch.
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