Formel 1

Wolff bremst Motor-Gerüchte um Mercedes

Formel 1 Toto Wolff Mercedes 2025
Toto Wolff. Credit: Mercedes

Gerüchte um eine dominante Mercedes-Power-Unit für 2026 machen die Runde – doch Toto Wolff warnt vor falscher Sicherheit.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Gerüchte um eine dominante Mercedes-Power-Unit für 2026 machen die Runde – doch Toto Wolff warnt vor falscher Sicherheit.

Mercedes gilt im Formel-1-Paddock seit Wochen als heimlicher Favorit für das neue Technikzeitalter ab 2026. Gerüchte über eine erneut überlegene Power Unit machen die Runde. Die Konkurrenz fordert mittlerweile eine Klarstellung der Regeln. Doch Toto Wolff selbst tritt entschieden auf die Bremse – und schickt gleichzeitig eine klare Botschaft an die Konkurrenz.

Im Podcast Beyond the Grid machte der Mercedes-Teamchef deutlich, dass im Werk in Brackley niemand in Jubelstimmung verfällt. „Wir sind niemals selbstbewusst. Wir sind Glas-halb-leer-Menschen, nie Glas-halb-voll“, sagt Wolff mit Blick auf die Spekulationen rund um den neuen Antrieb.

Der Österreicher verweist dabei ausgerechnet auf den eigenen Motorenkunden als mahnendes Beispiel: „Es beginnt mit dem Feind im eigenen Haus. McLaren war in diesem Jahr das bessere Team – mit einer Mercedes-Power-Unit.“ Allein daraus lasse sich ableiten, dass Motorleistung nicht automatisch Siege garantiere.

Formel 1 Toto Wolff Mercedes 2025
Toto Wolff. Credit: Mercedes

Mercedes mit dem Feind im eigenen Haus

Sollte der Mercedes-Antrieb tatsächlich stark sein – was Wolff ausdrücklich nicht bestätigt –, sei der Weg an die Spitze dennoch steinig. „Wenn die Power Unit überlegen wäre, was wir nie sagen und nie für uns beanspruchen, dann musst du Williams schlagen, du musst McLaren schlagen und du musst Alpine schlagen.“

Hinzu kommt: Andere Teams könnten einen Vorteil durch mehr Entwicklungszeit haben. „Einige hatten mehr Zeit im Windkanal, weil sie in der Konstrukteurs-WM nicht gut platziert waren“, erklärt Wolff. Zudem müsse man jederzeit mit Überraschungen rechnen. „Manche werden mit Innovationen kommen, die wir vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm haben. Deshalb darf man sich auf nichts verlassen – selbst dann nicht, wenn unsere Power Unit die stärkste wäre.“

Wolff kritisiert Dynamik von Gerüchten

Besonders kritisch sieht Wolff die Dynamik von Gerüchten im Fahrerlager. „Diese Gerüchteküchen sind immer gefährlich, weil irgendwo jemand in einem anderen Team oder bei einem anderen Motorenhersteller denkt: ‚Wir lassen euch mal die Favoritenrolle – aber wir kommen.‘“ 

Deshalb lasse man sich in Brackley und Brixworthbewusst nicht von Spekulationen beeinflussen. „Wir lassen uns von keinem Gerede mitreißen, das vielleicht beim Friseur diskutiert wird.“

Die Botschaft ist eindeutig: Mercedes will 2026 nicht als selbst ernannter Favorit auftreten. Ein Déjà-vu der Dominanz von 2014 ist aus Sicht des Teamchefs alles andere als sicher.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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