GOAT-Debatte in der Formel 1: Ex-Pilot David Coulthard legt sich fest – und sorgt mit seinem Urteil für reichlich Zündstoff.
Messi oder Maradona? Beatles oder Stones? Michael Schumacher oder Ayrton Senna? Der Vergleich der Größten ihrer Zunft ist immer subjektiv. Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard hat die größten Namen der Königsklasse nun in seiner Fantasie gegeneinander antreten lassen – und kommt zu einem klaren Ergebnis.
Im „The Red Flags Podcast“ reduzierte der 13-fache Grand-Prix-Sieger die Liste Schritt für Schritt. Legenden wie Juan Manuel Fangio, Jackie Stewart, Ayrton Senna und Alain Prost sortierte der Schotte bereits früh aus. Am Ende blieb ein Duell der Gegenwart: Lewis Hamilton gegen Max Verstappen.
Coulthards Urteil fiel eindeutig – und dürfte vor allem britischen Fans nicht gefallen. „Meine Wahl fällt auf Max“, erklärte der frühere McLaren-Pilot ohne Umschweife. „Das wird einige Leute, die mich kennen und mögen, nicht überraschen. Und jene, die mich nicht mögen, ebenso wenig.“
Coulthards GOAT: Fortschritt schlägt Legendenstatus
Coulthards zentrales Argument heißt Fortschritt. „Ich bin der Meinung, dass jede Generation besser sein sollte als die vorherige. Das ist schlichtweg Evolution“, so der heutige TV-Experte. Technik, Training, Datenanalyse – all das habe sich weiterentwickelt, ebenso wie die Fahrer selbst.
Zwar würdigt Coulthard die außergewöhnliche Karriere von Hamilton ausdrücklich und bezeichnet sie als „unglaublich“. Gleichzeitig sieht er beim siebenmaligen Weltmeister eine wachsende Distanz zum absoluten Leistungslimit. Ganz anders sein Eindruck von Verstappen.
Besonders fasziniert zeigt sich Coulthard von der Persönlichkeit des Niederländers. „Ich empfinde Max als sehr geerdet. Wenn er da ist, ist er einfach Max. Er ist präsent“, beschreibt er. Verstappen sage offen, wenn er unzufrieden sei, verstecke sich nicht hinter Floskeln und stehe zu seinen Ansichten – unabhängig davon, ob er gewinnt oder verliert. Diese Direktheit, gepaart mit kompromissloser Performance auf der Strecke, hebt Verstappen für Coulthard von vielen anderen Topfahrern ab.
Verstappen vor Hamilton
Der entscheidende Punkt in Coulthards Bewertung liegt für ihn in der sportlichen Realität der vergangenen Jahre. Nach dem verpassten achten WM-Titel 2021 und den schwierigen Saisons mit den Ground-Effect-Autos bei Mercedes wechselte Hamilton 2025 zu Ferrari. Genau in dieser Phase erkennt Coulthard Anzeichen eines Leistungsabfalls.
„Man kann die beiden kaum trennen, wenn man Hamilton auf seinem absoluten Höhepunkt betrachtet“, erklärt er. „Aber ich bin mir nicht sicher, ob er diesen Höhepunkt noch erreicht.“
Ein wesentlicher Maßstab sei dabei stets der Vergleich mit dem Teamkollegen. „Die ganz Großen ziehen mit ihren Teamkollegen gleich oder schlagen sie“, so Coulthard. Genau hier sieht er Defizite: In den vergangenen Jahren habe Hamilton weder George Russell klar dominiert noch bei Ferrari Charles Leclerc geschlagen. Verstappen hingegen habe seine Teamkollegen regelmäßig „in Rente oder in Teilzeit-Arbeitslosigkeit geschickt“.
Momentum bei Verstappen
Am Ende reduziert Coulthard die komplexe GOAT-Debatte auf das Wesentliche: „Wenn wir alle Meinungen beiseiteschieben und nur die zwei Dinge betrachten, die in der Formel 1 wirklich zählen, dann sind das die Stoppuhr und die Zielflagge. Alles andere ist bloße Meinung.“
Respekt für Hamiltons Lebenswerk sei selbstverständlich, betont Coulthard. Doch das Momentum sieht er klar bei Verstappen: „Bei Max hat man immer noch das Gefühl, dass er sich weiterentwickelt. Da kommt noch mehr.“
Fest steht: Die Diskussion wird weitergehen. Beatles oder Stones? Messi oder Maradona? Schumacher, Senna – oder Verstappen? Bemerkenswert ist jedenfalls: Ausgerechnet in einer Saison ohne WM-Titel ist Verstappens Marktwert größer denn je.
Vor Coulthard hatten sich bereits Ex-F1-Pilot Marc Surer und Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone festgelegt: Für sie ist Max Verstappen der beste Formel-1-Fahrer aller Zeiten.
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