Red Bull-Powertrains-Technikdirektor Ben Hodgkinson kontert die „Mount Everest“-Aussage von Mercedes-Teamchef Toto Wolff.
Noch vor dem ersten offiziellen Testlauf für die Saison 2026 ist das Kräftemessen zwischen Red Bull und Mercedes in vollem Gange, allerdings verbal. Auslöser sind Aussagen von Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der Zweifel an der Konkurrenzfähigkeit des neuen Red-Bull-Antriebs geäußert hatte. Bei Red Bull ließ man diese Einschätzung nicht unkommentiert.
Ab 2026 greift in der Formel 1 ein komplett neues Motorenreglement. Red Bull geht dabei erstmals mit einer eigenen Power Unit an den Start, entwickelt in Kooperation mit Ford. Ein ambitioniertes Projekt, das Wolff mit einer Bergbesteigung verglich. Die Entwicklung eines eigenen Motors sei „wie der Mount Everest“, erklärte der Österreicher und verwies auf die jahrzehntelange Erfahrung der etablierten Hersteller. Gleichzeitig betonte er jedoch, man dürfe Red Bull nicht unterschätzen, finanzielle Mittel und neue Denkweisen könnten für Überraschungen sorgen.

Red Bull: „Das ist kein guter Vergleich von Toto“
Diese Worte kamen im Red-Bull-Lager dennoch nicht gut an. Besonders deutlich reagierte Ben Hodgkinson, der früher mehr als 20 Jahre in der Mercedes-Motorenabteilung gearbeitet hatte und seit 2022 als technischer Direktor maßgeblich am Aufbau von Red Bull Powertrains beteiligt ist. Der Brite konterte den Everest-Vergleich mit einer spitzen Bemerkung: „Es gab über 14.000 Besteigungen des Mount Everest. Das scheint also eine machbare Aufgabe zu sein, das ist demnach kein guter Vergleich von Toto.“
Auch das Gerücht, Mercedes habe bereits den klar besten Motor für 2026 entwickelt, wies Hodgkinson zurück. „Niemand weiß, wie gut die Konkurrenz wirklich ist. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Gerücht im Verlauf der vergangenen Saison bewusst gestreut wurde, um von einer eher mittelmäßigen Mercedes-Saison abzulenken“, stichelte er in Richtung seines ehemaligen Arbeitgebers.
Trotz der enormen Herausforderung zeigt sich Hodgkinson überzeugt vom eigenen Projekt. Red Bull habe innerhalb kürzester Zeit rund 700 Mitarbeiter rekrutiert und mehrere neue Standorte aufgebaut. „Natürlich war das eine riesige Aufgabe“, räumt er ein. „Aber wir sind zuversichtlich und haben großes Vertrauen in die Arbeit, die bislang geleistet wurde.“
Wie gut die neue Red-Bull-Ford-Power-Unit im Vergleich zur Konkurrenz tatsächlich ist, wird sich erstmals Ende Januar zeigen. Vom 26. bis 30. Januar stehen in Barcelona die ersten Wintertests an, dann endet das verbale Vorgeplänkel und die Technik muss auf der Strecke liefern.
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