Der Weltmeister fehlt beim ersten Testtag, doch McLarens Verzicht ist kein Risiko, sondern ein bewusst gesetzter Schachzug für 2026.
Wenn die Formel 1 am Montag in Barcelona erstmals mit den neuen 2026er-Autos auf die Strecke geht, fehlt ausgerechnet der Weltmeister. McLaren lässt den ersten Testtag bewusst aus; und das ist kein Zufall, sondern Strategie.
Der Titelverteidiger steigt erst später in den offiziellen Shakedown ein. Hintergrund: Jedes Team darf nur an drei von fünf Testtagen fahren. McLaren nutzt diese Freiheit und schenkt dem neuen MCL40 maximale Entwicklungszeit. Während die Konkurrenz schon rollt, kommt der McLaren noch einmal auf den Prüfstand.
McLaren-Teamchef erklärt Strategie
Der Wagen wurde zuletzt in den AVL-Einrichtungen in Graz intensiv getestet und kehrt erst kurz vor dem Einsatz nach Spanien zurück. In Barcelona fährt McLaren zunächst mit einer Test-Lackierung, bevor am 9. Februar die finale Team-Livery enthüllt wird.

Teamchef Andrea Stella macht keinen Hehl aus dem Plan: „Wir planen, entweder an Tag zwei oder Tag drei mit den Tests zu beginnen. Wir werden also an Tag eins nicht testen. Wir wollten uns selbst so viel Zeit wie möglich für die Entwicklung geben.“
Und weiter: „Sie wissen vielleicht, dass man an drei von den fünf in Barcelona verfügbaren Tagen testen darf, und wir werden dann entweder ab Tag zwei oder Tag drei starten und für drei Tage testen.“
Der Grund für das späte Einsteigen liegt laut Stella im extrem dynamischen Entwicklungsprozess der neuen Autos. Für 2026 gelten komplett neue Technik-Regeln – sowohl bei den Motoren als auch der Aerodynamik. McLaren findet nach eigenen Angaben nahezu täglich Performance.
Besser spät als zu früh
„Das Hinauszögern des Testbetriebs war tatsächlich immer unser Plan A“, erklärt Stella.
„Es gibt zudem so viel Veränderung, dass wir nicht notwendigerweise die Ersten auf der Strecke sein müssen.“ Ein früher Teststart hätte bedeutet, sich früher auf bestimmte Lösungen festzulegen – und damit womöglich Entwicklungspotenzial liegenzulassen.
„Wenn man früh auf der Strecke ist, hat man zwar die Rückversicherung, so früh wie möglich zu wissen, was man wissen muss, aber gleichzeitig bedeutet es, dass man sich möglicherweise relativ früh auf das Design und die Realisierung des Autos festgelegt hat.“
McLaren geht davon aus, dass ohnehin alle Teams zwischen Test und Saisonstart noch Updates bringen werden. Entscheidend sei deshalb nicht der erste Rollout, sondern das Gesamtpaket zum Rennauftakt Stella: „Wir dachten uns, dass es im Hinblick auf eine gesamte Saison wichtig war, das Auto im konkurrenzfähigsten Paket und in der konkurrenzfähigsten Konfiguration zu starten und zu präsentieren.“
Oder anders gesagt: Lieber später starten – dafür mit einem besseren Auto.
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