Der Tarnmodus ist vorbei: Red Bull hat kurz vor dem Start der Wintertests den echten RB22 präsentiert – und der unterscheidet sich in einigen Punkten vom bisherigen Showmodell.
Nach Wochen voller Renderings und Showcars ist es nun soweit: Red Bull hat vor Testbeginn in Barcelona erstmals den echten RB22 enthüllt und gewährt damit einen ersten echten Blick auf das Formel-1-Auto für die Saison 2026.
Bereits Mitte Januar hatte Red Bull ein Showmodell des RB22 in Detroit gezeigt. Doch erst jetzt kommt der Wagen ans Tageslicht, mit dem das Team in der neuen Saison antreten wird. Die Bilder stammen von Starfotograf Vladimir Rys, der den Boliden dramatisch inszeniert – viel Technik lässt sich dennoch nicht erkennen.
Kein Wunder: Der erste Test findet in Barcelona hinter verschlossenen Türen statt, und die Teams behalten die Kontrolle über das Bildmaterial. Jedes Team darf lediglich sechs offizielle Fotos pro Tag veröffentlichen. Fans und Experten müssen sich also noch gedulden, wenn es um tiefere technische Einblicke geht.
Neuer Red Bull RB22: Auffällige Details
Trotz der limitierten Perspektiven sind erste Unterschiede zum früheren Präsentationsmodell deutlich erkennbar. Die markanten Einlässe an den Seitenkästen wurden überarbeitet – der „Überbiss“ ist verschwunden. Die Einlassöffnungen selbst sind nun breiter und flacher gestaltet.
Ebenfalls spannend: Die Seitenkästen reichen nicht über die volle Breite des Autos, sondern lassen Raum für eine hervorstehende Struktur. Vermutlich handelt es sich um die seitliche Crash-Struktur, ein sicherheitsrelevantes Element, das bei vielen Teams inzwischen sichtbar integriert wird.
Auch der Übergang zum Unterboden wurde überarbeitet: Statt eines zusammenhängenden senkrechten Elements als setzt Red Bull nun auf drei horizontale Luftleitelemente, die mit diagonalen Streben am Chassis fixiert sind – ähnlich wie beim Ferrari.
Aerodynamik und Aufhängung: konservativ und effizient
Die Linienführung der Seitenkästen fällt steil ab und läuft weit vor der Hinterachse in die Motorabdeckung aus – ein klarer Verzicht auf eine klassische Luftrampe in Richtung Diffusordach. Die große Frage: Wohin leitet Red Bull die Luft stattdessen? Womöglich in eine Öffnung im Bereich des Diffusors, wie sie schon bei Ferrari und Mercedes zu sehen war.
Die Airbox wirkt kompakter als in der Vergangenheit, trotzdem bleibt genügend Platz für die Kühlung des V6-Antriebs. Über dem Motor baut das Auto recht breit auf, die Finne fällt dagegen überraschend klein aus.
Keine Überraschungen gibt es bei den Radaufhängungen: Vorne wie hinten bleibt Red Bull bei Druckstreben (Pushrods) – eine Konfiguration, die bereits auf früheren Renderings und beim Schwesterteam zu sehen war.
RB22 erstmals mit eigenem Motor und Ford an Bord
Die Saison 2026 markiert einen Wendepunkt für Red Bull. Zum ersten Mal in der Teamgeschichte kommt der Antrieb nicht von Honda oder Renault, sondern aus eigener Entwicklung. Der V6-Antrieb mit dem Namen DM01 stammt von Red Bull Powertrains – unterstützt durch den neuen Technologiepartner Ford. Der Name „DM01“ ist dabei eine Hommage an Dietrich Mateschitz, den verstorbenen Gründer des Red-Bull-Imperiums.
Auch das Chassis ist ein Neuanfang: Mit dem Weggang von Stardesigner Adrian Newey zu Aston Martin liegt die Verantwortung für den RB22 bei Pierre Waché.
Bislang wurde der neue Red Bull noch im Windkanal von Bedford getestet. Im Laufe der Saison soll die Entwicklung jedoch in den neuen Hightech-Windkanal am Red-Bull-Campus in Milton Keynes umziehen.
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