Ein kleines Loch mit großer Wirkung? Beim ersten Auftritt der neuen Formel-1-Boliden 2026 sorgte ein Detail am Mercedes W17 für Aufsehen.
Mit dem neuen 2026er-Reglement steht die Formel 1 vor einer technischen Zeitenwende. Autos, Aerodynamik, Antriebe; alles ist neu. Kein Wunder also, dass jedes Detail der ersten Testfahrten in Barcelona unter die Lupe genommen wird. Besonders ein Bauteil hat zuletzt für große Aufmerksamkeit gesorgt: ein mysteriöses Loch im Diffusor von Mercedes und wenig später auch bei Ferrari.
Beim sogenannten Shakedown des neuen Mercedes W17 und auch an Testtag eins in Barcelona fiel eine auffällige Öffnung im Diffusorbereich ins Auge. Auf den ersten Blick erinnert sie an vergangene Designs, doch das Konzept dahinter ist neu und offenbar eine Antwort auf die massiven Änderungen im technischen Reglement für 2026.
Mercedes und Ferrari: So funktioniert das Diffusor-Loch
Denn der klassische Ground-Effect, also die Erzeugung von Abtrieb durch Venturi-Tunnel unter dem Auto, ist Geschichte. Die neuen Autos fahren mit stark vereinfachten Unterböden. Folge: weniger Downforce, vor allem hinten. Die Teams suchen also neue Wege, den Diffusor effektiver arbeiten zu lassen.
Und genau hier kommt das Loch ins Spiel. Es scheint, als würden Mercedes und Ferrari gezielt Luft von den unterschnittenen Seitenkästen über das Loch in Richtung Diffusor leiten. Das Ziel: den Luftstrom beschleunigen, die Strömung im sensiblen Heckbereich stabilisieren und so den fehlenden Abtrieb teilweise kompensieren.
Je schneller die Luft durch den Diffusor strömt, desto größer der Unterdruck und damit der Anpressdruck. Doch damit das funktioniert, darf die Strömung nicht abreißen. Genau dafür könnte das Diffusor-Loch eine zentrale Rolle spielen.
Von Ground-Effect zu smarter Luftlenkung
Bis 2025 waren die Böden der Autos komplexer gestaltet – inklusive der berühmten Venturi-Kanäle. Diese erzeugten bei hoher Geschwindigkeit enorme Sogwirkungen. Um sie zu maximieren, setzten die Teams auf möglichst dichte „Abdichtung“ der Unterbodenbereiche, etwa durch tiefe Seitenkästen und gezielte Verwirbelungen.
2026 ist dieses Spiel vorbei. Weniger komplexe Böden sind gefragt, dafür mehr kreative Lösungen wie die neuen Diffusoröffnungen. Sie könnten Teil einer neuen Philosophie sein: Statt den Boden maximal zu nutzen, wird Luft gezielt von außen in die wichtigen Bereiche geleitet.
Ein weiterer Effekt, den die Öffnungen mit eindämmen könnten, ist der sogenannte „Tyre Squirt“ – die Verwirbelung der Luft an den rotierenden Hinterreifen. Diese stört den Diffusor-Luftstrom und senkt die Effizienz. Mit einem kräftigen Luftstrom aus den Seitenkästen Richtung Heck könnten die Teams diesen Effekt minimieren.
Auch vor den Seitenkästen gibt es Neues. Was früher Outwash-Elemente wie Bargeboards waren, kommt jetzt als „Inwash“-Lösung zurück. Die neuen Regeln verlangen, dass mehr Luft nach innen gelenkt wird, um die Verwirbelungen für nachfolgende Autos zu verringern. Das ist gut fürs Racing, aber schlecht für die Aerodynamik. Und es erklärt, warum Lösungen wie das Diffusor-Loch plötzlich wieder spannend werden.
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