Audi hat in Berlin die finale Lackierung seines ersten eigenen Formel-1-Autos enthüllt. 2026 startet der Hersteller als Werksteam, mit eigenem Motor und langfristigem Titelplan.
Von Bianca Garloff und Alexander Warneke
Audi hat den nächsten großen Schritt in Richtung Formel 1 gemacht: In Berlin präsentierte der deutsche Hersteller die finale Lackierung seines ersten eigenen Grand-Prix-Autos. Ab 2026 tritt Audi offiziell als Werksteam an und übernimmt damit endgültig die Nachfolge von Sauber. Es ist der sichtbare Startschuss für eines der ambitioniertesten Projekte der kommenden Jahre.
Der neue Audi R26 tritt dabei in den Farben Silber, Schwarz und Rot an – intern als „Titan“, Carbon-Schwarz und „Audi-Rot“ bezeichnet. Optisch dominiert im vorderen Bereich das klassische Silber, während sich zur Motorabdeckung hin ein harter Übergang zu Schwarz und Rot vollzieht. Große Überraschungen gegenüber der Konzeptlackierung, die bereits im November 2026 in München präsentiert wurde, gibt es nicht.
Audi-CEO Gernot Döllner kündigt an: „Unser Einstieg in die Formel 1 ist Teil von etwas Größerem. Dieses Projekt ist die ultimative Bühne, um ‚Vorsprung durch Technik‘ zu demonstrieren.“
Audi baut eigenes Chassis und Motor
Der Fokus liegt dabei kompromisslos auf der Königsklasse. Audi hat sich in den vergangenen Jahren aus Serien wie DTM, Formel E oder der Rallye Dakar zurückgezogen, um sämtliche Ressourcen auf das Formel-1-Projekt zu bündeln. Besonders bemerkenswert: Die Marke mit den vier Ringen steigt 2026 nicht nur als Team, sondern auch als eigener Motorenhersteller ein. Chassis und Power Unit werden parallel und eng verzahnt entwickelt.
Projektleiter Mattia Binotto betont: „Antriebsstrang und Chassis werden in vollkommener Synergie entwickelt. Diese Integration ist nicht bloß ein Detail, sie ist der Kern unserer Wettbewerbsstrategie.“
Teamchef Jonathan Wheatley dämpft dennoch die kurzfristigen Erwartungen. Audi wolle Prozesse etablieren, lernen und konstant Punkte holen. Siege und Podestplätze seien mittelfristige Ziele, der große Angriff auf den WM-Titel ist für 2030 geplant.
Hülkenberg und Bortoleto pilotieren den R26
Als Fahrer setzt das Team auf Kontinuität: Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto bleiben an Bord. Hülkenberg soll mit seiner Erfahrung von über 250 Grands Prix Stabilität bringen. „Es ist etwas sehr Verlockendes und Aufregendes“, sagt der Deutsche. „Ich habe mich bewusst früh für dieses Projekt entschieden. Es jetzt Realität werden zu sehen, ist ein besonderes Gefühl.“
Und wie sieht der Mann mit 250 Grand Prix Erfahrung die sportliche Ausgangslage? „Es geht vor allem darum, seine Chancen und das Potenzial, das im Auto steckt, bestmöglich zu nutzen. Und es hängt alles davon ab, wo wir starten und wie konkurrenzfähig wir dieses Jahr sind. Aber das wissen wir noch nicht. Wir müssen noch etwas geduldig sein und sehen, wie wir aus den Startlöchern kommen.“
Die ersten Kilometer hat der R26 bereits absolviert. In Barcelona fuhr das Team einen frühen Shakedown, bewusst ohne Fokus auf Performance. „Es ging um Systeme, Funktionalität und Abläufe“, erklärt Wheatley. „Aber wir konnten viele Haken setzen.“
Audi ist angekommen in der Formel 1, nicht als kurzfristiges Experiment, sondern mit einem klaren Fünf-Jahres-Plan. 2026 soll das Fundament gelegt werden. Alles Weitere folgt Schritt für Schritt.
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