Formel 1

Audi zündet den F1-Turbo: Die Chefs verraten ihren Masterplan 

Formel 1, Audi 2026, Concept, Credit: Audi
Formel 1, Audi 2026, Concept, Credit: Audi
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Audi legt den Formel-1-Plan offen – mit klaren Worten und klaren Zielen: Ab 2030 soll der Titel her.

Audi hat mit der Präsentation seines F1-Konzepts in München einen wichtigen Meilenstein gesetzt. Erstmals zeigen die Ingolstädter, wie sie den Übergang vom Sauber-Team zum vollwertigen Werkseinsatz gestalten wollen – und welche Erwartungen sie an ihre eigene Rolle in der Formel 1 knüpfen. 

Im Auge geblieben ist dabei das Silber-Schwarz-Rote Design mit der klaren Kante zwischen Monocoque und Motorhaube. Im Ohr geblieben ist der Satz von Audi-Vorstand Gernot Döllner „Wir sind nicht nur dabei, um dabei zu sein. Wir wollen gewinnen.“

Formel 1, Audi 2026, Concept, Credit: Audi
Formel 1, Audi 2026, Concept, Credit: Audi

Doch nicht weniger wichtig ist die Standortbestimmung der beiden Manager, die Audis Kraft auf den Asphalt der Formel-1-Strecken bringen sollen: Mattia Binotto als Gesamtprojektleiter und Jonathan Wheatley als Teamchef. 

Audis F1-Projektleiter Binotto: „Ab 2030 wollen wir Titel gewinnen“

Binotto hat als Motoringenieur, Motorchef und später Teamchef von Ferrari viele Aufs und Abs der Scuderia hautnah miterlebt. In Deutschland ist er vor allem als letzter Ferrari-Teamchef von Sebastian Vettel in Erinnerung. Er will sein Wissen aus Maranello nun in Audis Motorschmiede in Neuburg und am Chassisstandort in Hinwil einbringen.

Im Kopf hat der Italiener dabei einen dreistufigen Entwicklungsplan: „In den ersten zwei Jahren sind wir Herausforderer, mit dem Ziel zu wachsen“, sagt er in einer Presserunde am Rande der Präsentation, bei der auch F1-Insider.com dabei war. „Dann wollen wir ein Wettbewerber sein mit ersten Erfolgen, und ab 2030 wollen wir Titel gewinnen.“

Formel 1, Audi 2026, Concept, Credit: Audi
Audi R26 Concept. Credit: Audi

Eine ehrgeizige Ansage, die hohe Erwartungen schürt. Binotto allerdings weiß damit umzugehen: „Druck kommt von Ambitionen“, räumt er ein. „Wir wissen, wie schwierig es ist, wie lange es dauert. Deshalb lassen wir Fehler zu. Nur so können wir lernen.“

Zum präsentierten Showcar stellt er klar: „Die grobe Geometrie passt, aber unser 2026er-Auto wird sich deutlich von dem unterscheiden, was da auf der Bühne stand.“

Wheatley sieht schon Fortschritte 

Teamchef Jonathan Wheatley soll die Mannschaft an der Rennstrecke voranbringen und in der Schweiz die Geschicke leiten. Er sieht bereits Fortschritte: „Vor einem Jahr wären wir nicht in der Lage gewesen, das Unfallauto von Bortoleto in Brasilien so schnell wieder aufzubauen. Das hat nichts mit besserer Technik zu tun, sondern mit den Menschen.“

Ende Januar steht die nächste große Zäsur an: Die ersten Testfahrten in Barcelona. Dann ist Audi mit dem echten R26 auf der Strecke. Erst dann wird erkennbar sein, wie die Ingolstädter die 2026er-Regeln interpretieren. 

 

Domenicali stolz auf Audi-Einstieg

Für die Formel 1 selbst ist der Einstieg von Audi schon jetzt ein Gewinn. Auch deshalb gab sich sogar Formel-1-Boss Stefano Domenicali die Ehre bei der Präsentation in München. „Wir haben nächstes Jahr mehr Hersteller in der Formel 1 als je zuvor – und das in turbulenten Zeiten für die Autoindustrie“, betont er stolz. „Hybrid-Technologie, Energiemanagement und nachhaltiger Kraftstoff sind auch für Audi wichtig. Das deckt sich mit unseren eigenen Zielen. Deshalb ist unsere Bühne für Autokonzerne interessant.“

Kurios: Domenicali sollte 2015 nach seiner Zeit als Ferrari-Teamchef bereits eine Machbarkeitsstudie zum Formel-1-Einstieg vorbereiten. Damals wurde der Deal kurzfristig abgeblasen. Jetzt ist der Italiener F1-Boss – und die vier Ringe folgen ihm doch noch in die Königsklasse.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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