Formel 1

Horror-Unfall in Brasilien: Spannende Details zum Bortoleto-Crash

Formel 1 Gabriel Bortoleto Sauber Brasilien 2025
Gabriel Bortoleto. Credit: Andy Hone/LAT Images/Sauber

Bei über 330 km/h zerschellt Gabriel Bortoleto in Interlagos und bleibt unverletzt. Die Sauber-Mechaniker schaffen fast das Unmögliche.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Bei über 330 km/h zerschellt Gabriel Bortoleto in Interlagos und bleibt unverletzt. Die Sauber-Mechaniker schaffen fast das Unmögliche.

Es war ein Unfall, der die gesamte Formel 1 schockte: Gabriel Bortoleto verlor im Sprint zum GP Sao Paulo am Ende der Zielgeraden bei 339 km/h die Kontrolle über seinen Sauber und krachte gleich zweimal hart in die Bande. Doch wie durch ein Wunder stieg der junge Brasilianer unverletzt aus.

„Zum Glück ist Gabriel mit zwei unterschiedlichen Stellen des Autos eingeschlagen“, atmete Teamchef Jonathan Wheatley später auf. Der Rookie hatte in der letzten Runde den Williams von Alex Albon attackieren wollen, als ihm auf der leicht feuchten Linie das Heck ausbrach. Sein C45 rauschte erst in die Boxenmauer, schrammte 50 Meter entlang – und hob dann ab wie ein Flugzeug. Das Wrack flog über die Strecke, Teile des Flügels verfingen sich im Williams.

Bortoleto-Crash: Pingpong bei 339 km/h

Die Sensoren zeichneten beim ersten Aufprall 34 g, beim zweiten 57 g auf. Das sind Werte, die früher kaum zu überleben waren. Der Sauber aber hielt stand. „Das Wichtigste ist, dass es Gabriel gut geht“, so Wheatley. „Wir müssen der FIA danken. Diese Sicherheitsregeln retten Leben.“ Wichtig dabei, das zeigen die Onboardaufnahmen: Die Hals- und Nackenstütze HANS sowie die Cockpitumrandung aus Styropor. Die war beim Sauber komplett verbeult und zeigt: Sie hat ihren Zweck erfüllt und den wie eine Bowlingkugel durchs Cockpit schlagenden Helm entsprechend abgefedert.

Formel 1 Gabriel Bortoleto Sauber Brasilien 2025
Gabriel Bortoleto. Credit: Andy Hone/LAT Images/Sauber

In der Box herrschte anschließend der Ausnahmezustand: Kaum war klar, dass Bortoleto glimpflich davongekommen war, begannen die Sauber-Mechaniker einen kompletten Neuaufbau.  „Es macht keinen Sinn, das alte Auto zu untersuchen“, erklärte Wheatley. „In so einem Fall musst du alles neu aufbauen.“

Sauber-Mechaniker liefern Wahnsinnsleistung

Unter der Leitung von Audi-F1-Projektleiter Mattia Binotto schraubten die Mechaniker in Windeseile ein Ersatz-Chassis zusammen. Der Ferrari-Motor brummte schon, Bortoleto saß im Cockpit, doch um wenige Minuten verpasste das Team die Teilnahme am Qualifying.

„Das neue Chassis war vorbereitet – mit Tankblase und Elektronik. Wir mussten nur noch Vorderachse, Motor und Flügel montieren“, erklärte Binotto stolz. In der Box gab es Applaus für das Team und ehrliche Anerkennung aus dem Fahrerlager.

Formel 1 Gabriel Bortoleto Sauber Brasilien 2025
Gabriel Bortoleto. Credit: Peter Fox/Getty Images/Sauber

In der Ersatzteilkammer blieb nach dem Crash wenig übrig: Das Chassis war eingerissen, der Unterboden beschädigt. Ob Motor und Getriebe überlebt haben, war zunächst unklar. Binotto rechnet vor: „Alle Teile, die jetzt kaputt sind, stehen bereits in der Jahresrechnung. Wir haben jetzt einfach weniger Ersatz. Nach Nicos Crash im Sprint fehlen uns schon zwei Flügel. Viel darf nicht mehr passieren.“

Bortoleto: „Ich hatte Glück“

Der 20-Jährige Brasilianer selbst zeigte sich am Abend gefasst: „Ich hatte Glück, dass ich ohne Schaden davongekommen bin. Ich wollte Albon überraschen, hatte aber noch DRS offen, als ich auf eine Bodenwelle kam. Plötzlich war das Auto weg.“

Und weiter: „Ich möchte mich bei den Mechanikern bedanken – sie haben alles gegeben. Schade, dass es fürs Qualifying nicht gereicht hat. Aber morgen ist ein neuer Tag – und mein Heimrennen ist noch nicht vorbei.“

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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