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Kommentar zum Schumi-Aus: Cadillac setzt auf Renn-Rentner

Valtteri Bottas, Sergio Perez, Cadillac, Credit: Formel 1
Valtteri Bottas, Sergio Perez, Cadillac, Credit: Formel 1
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Cadillac setzt 2026 auf Pérez und Bottas und damit viel Erfahrung, aber auch zwei Ex-Nummer-zwei-Fahrer.

Sergio Perez und Valtteri Bottas also. Cadillac wagt 2026 den Einstieg in die Königsklasse und vertraut auf zwei Piloten, die in ihrer Karriere stets das gleiche Schicksal teilten: Sie waren die ewige Nummer zwei.

Perez im Schatten von Max Verstappen bei Red Bull, Bottas als Wingman von Lewis Hamilton bei Mercedes. Beide haben Siege gefeiert, ja. Aber die wirklich entscheidenden Pokale sahen sie mit dem Fernglas im Arm ihrer Teamkollegen.

Cadillac will Routine, aber die kann Stillstand bedeuten

Verständlich, Cadillac will mit Routine ins Abenteuer Formel 1 starten. Bottas und Perez haben bei Top-Teams lernen können, wie man Siegermannschaften formt und Rennen gewinnt. Aber Routine kann vor allem für ein junges Team mit ganz anderen Voraussetzungen auch Stillstand bedeuten.

Perez und Bottas haben ihre besten Tage hinter sich. Sportlich wirken beide eher wie Rentner auf Abruf als wie Speerspitzen eines ambitionierten Projekts. Kimi Räikkönen als mahnendes Beispiel: Am Ende seiner Karriere zwar immer noch Kultfigur, aber sportlich längst nicht mehr der eisige Finne, der Ferrari einst den WM-Titel sicherte.

Das Problem: Gerade beim Sprung ins Mittelfeld zählt jede Zehntelsekunde. Das zeigt Nico Hülkenberg derzeit eindrucksvoll bei Sauber, wo er seinem Vorgänger Bottas zeigt, wie man gute Startplätze und sogar ein Podium holt. Wer da nur auf Erfahrung baut, läuft schnell Gefahr, im Haifischbecken der Formel 1 gefressen zu werden.

Für Mick Schumacher der nächste Rückschlag

24h Le Mans Mick Schumacher Alpine 2025
Mick Schumacher. Credit: Germain HAZARD / DPPI / Alpine

Für Mick Schumacher ist die Entscheidung ein Schlag ins Gesicht. Wieder kein Comeback, wieder kein Platz für ihn in der Königsklasse, die sein Vater mit sieben WM-Titeln geprägt hat. Aber statt Trübsal zu blasen gilt: Mund abwischen und weitermachen.

Mit 26 Jahren ist Schumacher jung genug, um in der Sportwagen-WM weiter Schlagzeilen zu machen. Und wer weiß: Wenn Cadillac merkt, dass Erfahrung allein keine Punkte bringt, könnte der Anruf schneller kommen, als Bottas und Perez sich aus dem Cockpit zwängen können.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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