Formel 1

Formel-1-Comeback in Deutschland? Jetzt reagiert Hockenheim!

Hockenheim 2020 Formel 1 Deutschland Grand Prix
Hockenheim 2020 Formel 1 Deutschland Grand Prix. Credit: Dan Mullan/Getty Images/Red Bull Content Pool
Alex Warneke
Alex Warneke

Hoffnung auf ein F1-Comeback in Deutschland: Hockenheim reagiert auf Domenicalis Signal, doch hohe Kosten und Sanierungen bleiben große Hürden.

Die Hoffnung lebt: Nach Jahren der Abstinenz könnte die Formel 1 tatsächlich nach Deutschland zurückkehren und der Hockenheimring bringt sich klar in Stellung. Zuletzt gastierte die Königsklasse 2019 in Baden-Württemberg, seither fehlte Deutschland im Rennkalender. Nun kommt wieder Bewegung in das Thema.

„Dass wir als Hockenheimring große Lust auf die Formel 1 haben, steht ja außer Frage und wir sind sehr froh darüber, dass es offensichtlich ein beidseitiges Interesse gibt“, erklärte Jorn Teske, Geschäftsführer des Hockenheimrings, dem SID. „Sehr gerne nehmen wir den Ball und die Aussagen von Stefano Domenicali auf, um wieder in intensiveren Kontakt zu treten. Wir werden sicher bald das direkte Gespräch suchen.“

Formel 1 Stefano Domenicali 2025
Stefano Domenicali. Credit: Red Bull Content Pool

Damit reagierte Teske direkt auf Worte von Formel-1-Chef Stefano Domenicali, der jüngst in italienischen Medien ein „Interesse aus Portugal, der Türkei und Deutschland“ bestätigte. Die Signale aus der Chefetage der Rennserie sind also da, nun hängt vieles an der wirtschaftlichen Machbarkeit.

Investoren bringen frischen Schwung

Ein entscheidender Faktor: Die neue Eigentümer-Struktur in Hockenheim. Seit diesem Sommer halten private Investoren drei Viertel der Anteile am Ring, nachdem die Stadt ihre Mehrheit verkauft hatte. „Dadurch, dass wir nun private Investoren an Bord haben, kommt auf jeden Fall neuer Schwung in das Thema“, so Teske. „Denn unsere neuen Gesellschafter sind allesamt Petrol Heads, aber eben auch sehr gute Geschäftsleute mit einem weitreichenden Netzwerk.“

In den vergangenen Jahren waren die hohen Antrittsgagen der Formel 1 das größte Problem. Immer wieder drohten die Deutschland-Rennen zum Verlustgeschäft zu werden, weshalb sich Hockenheim wie auch der Nürburgring zurückzog. Teske stellt klar: „Oberste Prämisse ist natürlich weiterhin, dass die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Modells zur Ausrichtung der Formel 1 gegeben ist.“

Wie realistisch ist die Formel-1-Rückkehr nach Deutschland?

F1-Insiderin Bianca Garloff ordnet ein: „Es ist schwer zu sagen, wie realistisch ein Comeback wirklich ist. In jedem Fall wird es abhängig davon sein, wie schnell der Hockenheimring es schafft, die Anlage, sprich die Tribünen, Boxengebäude, für die Formel 1 zu sanieren. Da werden viele Baumaßnahmen nötig sein.“

Auch die Finanzen könnten ein Stolperstein bleiben: „Zudem kursieren ja derzeit Zahlen für das Comeback anderer Rennstrecken, die in den Antrittsprämien-Bereich von 70 Millionen Euro gehen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Deutschland einen extrem großen Rabatt bekommen würde.“

Ohne politische Unterstützung sieht Garloff kaum Chancen: „Ohne politischen Willen, die Formel 1 wieder in Deutschland zu haben, sehe ich kaum Chancen. Denn auch für die neuen Teilnehmer oder neuen Investoren des Hockenheimrings gilt, dass die Formel 1 kein Verlustgeschäft werden darf.“

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Autor

Alex Warneke
Alex Warneke

Alex ist unser Hybrid im Redaktionsteam. Als Rennspiel-Experte versorgt er die F1 Insider Leser mit Texten aus der SimRacing-Welt. Zudem ist Alex als Videocreator im F1-Insider-Team aktiv. Interviews und spannende Themen aus der Formel 1 bereitet er für unseren YouTube Kanal auf.


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