Hamiltons enttäuschendes Ferrari-Debüt sorgt weiter für Diskussionen. Ex-Schumacher-Ingenieur Luigi Mazzola sieht die Hauptverantwortung nicht beim Fahrer, sondern beim Team.
Lewis Hamiltons erstes Jahr bei Ferrari endete weit unter den Erwartungen, doch die Schuld allein beim siebenfachen Weltmeister zu suchen, greift nach Ansicht von Luigi Mazzola zu kurz. Der frühere Ferrari-Renningenieur von Michael Schumacher nimmt die Scuderia deutlich stärker in die Pflicht.
Zwar erkennt Mazzola an, dass auch Hamilton selbst Verantwortung trägt, doch für den Italiener liegt das Kernproblem woanders. „Ich gebe Hamilton nicht die ganze Schuld oder sage, dass er alles vermasselt hat. Nein. Ich würde sagen, ein großer Teil der Verantwortung liegt auch beim Team“, erklärt Mazzola gegenüber NewsF1.

Mazzola sieht mehr Schuld beim Team als bei Hamilton
Besonders kritisch sieht der 63-Jährige, dass Ferrari über eine komplette Saison hinweg offenbar keine stabile Basis für seinen Starfahrer gefunden hat. „Über 24 Rennen hinweg kann es einfach nicht sein, dass man immer noch nicht verstanden hat, wie dieser Fahrer fährt, oder ihm zumindest kein Auto geben kann, das für ihn konstant funktioniert“, so Mazzola weiter.
Die häufig genannten Anpassungsschwierigkeiten, von der Teamkultur über Sprache bis hin zu internen Abläufen, erkennt der frühere Schumacher-Vertraute zwar an, misst ihnen im Cockpit aber nur begrenzte Bedeutung bei. „Alles, was gesagt wurde, stimmt, der Kulturwechsel, die Sprache, das Essen, die Abläufe, was auch immer“, sagt er, schränkt jedoch ein: „Im Auto ist ein Fahrer wie eine Maschine: Man sagt ihm, wie dieses Ding funktioniert, und er isoliert sich, zieht es durch und fährt.“

Für Mazzola liegt das eigentliche Problem daher in der Fahrbarkeit des Autos selbst. „Das eigentliche Problem entsteht, wenn es ein Auto gibt, das er schlicht nicht fahren kann. Das ist es, was mich etwas ratlos zurücklässt“, betont er.
Auch den viel kritisierten Renningenieur von Hamilton, Riccardo Adami, nimmt Mazzola in Schutz. „Ich gebe nicht einmal seinem Renningenieur die Schuld, der stark unter Beobachtung stand. Denn ich weiß nicht, wie viel Freiheit er tatsächlich hat, wenn es um die Entscheidungsgewalt geht, was am Auto getan werden kann.“
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