Ross Brawn gesteht sich ein: Ferraris Dominanz mit Michael Schumacher war so groß, dass die FIA eingreifen musste, sonst hätte das Team weiter alles gewonnen.
Ross Brawn hat Michael Schumacher zu allen sieben WM-Titeln begleitet und trotzdem räumt der legendäre Ingenieur heute ein: Die FIA lag richtig, als sie Ferraris Dominanz gezielt einbremste. Ein offenes Eingeständnis des Mannes, der gemeinsam mit Schumacher und Jean Todt das erfolgreichste Team der Formel-1-Geschichte formte.
Brawn kam 1996 zu Ferrari, kurz nach Schumachers Wechsel von Benetton. Zusammen mit Todt baute er die Scuderia Schritt für Schritt zur alles überragenden Macht auf. Der Lohn: fünf Fahrer-Weltmeisterschaften in Serie von 2000 bis 2004, bis heute ein Rekord in der Königsklasse. Besonders der Ferrari F2004 gilt als eines der besten Autos, die je in der Formel 1 gefahren sind.
Schumacher und Ferrari zu dominant: „Wir mussten gestoppt werden“
Doch genau diese Überlegenheit wurde der FIA irgendwann zu viel. Für die Saison 2005 änderte der Weltverband das Reifenreglement drastisch: Reifenwechsel während des Rennens wurden verboten. Bridgestone, Ferraris Partner, kam damit deutlich schlechter zurecht als Michelin und Ferrari fiel schlagartig zurück.
Heute sagt Brawn rückblickend klar, dass dieser Eingriff aus Sicht der Verantwortlichen nachvollziehbar war. Gegenüber der offiziellen Formel-1-Website erklärt er: „Wir wurden von den Reifenregeln eingebremst. Aber ich glaube, wir waren einfach zu erfolgreich und wir mussten irgendwie gestoppt werden.“
Der Brite ergänzt: „Dieses Ferrari-Gebilde hätte auf keine andere Weise aufgehört zu gewinnen, weil bei uns einfach alles perfekt funktioniert hat.“ Besonders stolz blickt Brawn dennoch auf die Entwicklung der Ferrari-Jahre zurück: „Was ich an Ferrari geliebt habe, war, dass wir jedes Jahr besser wurden – als Team, beim Auto, in der Art, wie alles zusammengearbeitet hat. Das gipfelte 2004 in dem besten Auto, das wir je gebaut haben.“
Aus seiner späteren Perspektive als Formel-1-Manager (2017 bis 2022) könne er auch die damalige Frustration der Spitze nachvollziehen: „Wenn es eher eine Überraschung war, wenn wir nicht gewonnen haben, als wenn wir gewonnen haben, dann ist das für Promoter und Verantwortliche schwer zu verkaufen.“
Ferraris Titelserie endete 2005, Fernando Alonso und Renault übernahmen die Spitze. Schumacher gewann nur noch einmal, beim chaotischen USA-Grand-Prix in Indianapolis, und kämpfte 2006 noch einmal um den Titel, bevor er seine Karriere zwischenzeitlich beendete.
Brawns Fazit klingt fast wie ein stilles Lob an die eigene Übermacht: Ferrari und Schumacher waren so stark, dass die Regeln geändert werden mussten. Ein Eingeständnis, das die Größe dieser Ära heute vielleicht besser beschreibt als jede Statistik.
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