Formel 1

Alonsos bravouröse Aufholjagd nicht belohnt

Formel 1 Fernando Alonso Alpine Austin 2022
Fernando Alonso. Credit: Pirelli

Fernando Alonso hatte sich nach dem Unfall mit Lance Stroll bis auf Platz sieben gekämpft. Doch die FIA brummte ihm eine Mega-Zeitstrafe auf.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Fernando Alonso hatte sich nach dem Unfall mit Lance Stroll bis auf Platz sieben gekämpft. Doch die FIA brummte ihm eine Mega-Zeitstrafe auf.

Der nächste Formel-1-Streit ist programmiert: Haas hat erfolgreich Protest gegen Alpine eingelegt, weil das Auto von Fernando Alonso im beschädigten Zustand weitergefahren ist.

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Die Rennkommissare haben dem Spanier anschließend eine 30-Sekunden-Strafe aufgebrummt, wodurch er den siebten Platz verlor und auf Platz 15 zurückfiel. Dabei hatte der Doppelweltmeister nach seinem unverschuldeten Auffahrunfall mit Lance Stroll und einem F1-Wheelie eine bravouröse Aufholjagd von ganz hinten bis in die Punkte hingelegt. Allein: Die Belohnung blieb nun aus.

Davon profitierten wiederum Sebastian Vettel, Kevin Magnussen, Yuki Tsunoda und Esteban Ocon, die alle einen Platz nach vorne rückten und so mehr Punkte holten, als zunächst vermutet.

Hintergrund für die Haas-Aktion: Das Schumacher-Team fühlt sich unfair behandelt, da Kevin Magnussen dieses Jahr bereits mehrfach wegen defekter Teile die Box ansteuern musste.

Formel 1 Alonso Stroll Crash Austin 2022
Fernando Alonso und Lance Stroll Crash in Austin. Credit: F1/Twitter

Bei Alonso hatte sich nach der Kollision mit Lance Stroll der rechte Rückspiegel gelöst und so stark vibriert, dass der Spanier darin nichts mehr sehen konnte. Eine Flagge, die Alonso zum Boxenstopp gezwungen hätte, wurde von der Rennleitung allerdings nicht gezeigt. Trotzdem erklärte der technische Delegierte der FIA, Jo Bauer, dass es nicht sicher sei, ein Auto mit nur einem Rückspiegel zu fahren.

Alpine-Teamchef Otmar Szafnauer findet die Entscheidung „lächerlich“: „Es war offensichtlich ein Schaden nach einem Unfall. Und die Autos dürfen das Rennen mit Unfallschäden beenden. So etwas passiert regelmäßig.“

Alpine hat deshalb Protest gegen die Entscheidung der Stewards angekündigt. Als Argument führen die Franzosen unter anderem an, dass Haas die Beschwerde 24 Minuten nach Ablauf der Deadline eingereicht habe. Zudem hätten die Regelhüter Alonsos Boliden während des Rennens als sicher eingestuft. Tatsächlich ist es eigentlich Pflicht der Rennleitung zu bewerten, ob einem Auto mit Technikproblemen die schwarze Flagge mit orangenem Kreis gezeigt wird, damit es zur Reparatur an die Box kommt.

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Formel 1 USA Grand Prix
Rennen, Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull 1:42:11,687 Std.
2. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +5,023 Sek.
3. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +7,501
4. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +8,293
5. George Russell (Großbritannien) – Mercedes +44,815
6. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +53,785
7. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin +1:05,354 Min.
8. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas +1:05,834
9. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +1:10,919
10. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +1:12,875
11. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo +1:16,164
12. Alexander Albon (Thailand) – Williams +1:20,057
13. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri +1:21,763
14. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas +1:24,490
15. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine +1:25,078
16. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren +1:30,487
17. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams +1:43,588

Ausfälle:
Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari (2. Rd.)
Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo (17. Rd.)
Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin (22. Rd.)

Fahrer-Wertung
Stand nach 19 von 22 Rennen

1. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull 391 Pkt.
2. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari 267
3. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull 265
4. George Russell (Großbritannien) – Mercedes 218
5. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari 202
6. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes 198
7. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren 109
8. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine 79
9. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine 65
10. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo 46
11. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin 38
12. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren 29
13. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas 26
14. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri 23
15. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin 13
16. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri 13
17. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas 12
18. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo 6
19. Alexander Albon (Thailand) – Williams 4
20. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams 2
21. Nyck de Vries (Niederlande) – Mercedes-Benz 2

Konstrukteurs-Wertung
Stand nach 19 von 22 Rennen

1. Red Bull 656 Pkt.
2. Ferrari 469
3. Mercedes 416
4. Alpine 144
5. McLaren 138
6. Alfa Romeo 52
7. Aston Martin 51
8. Haas 38
9. Alpha Tauri 36
10. Williams 8


Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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