Ferrari-Teamchef Fred Vasseur erläutert, warum für ihn nicht der Saisonstart zählt, sondern Entwicklung, Geduld und kluge Entscheidungen über den Titel entscheiden.
Bei kaum einem Team wird jedes Wort so genau seziert wie bei Scuderia Ferrari. Gerade vor einer großen Regelreform schießen Erwartungen, Prognosen und vermeintliche Favoritenrollen schnell ins Kraut. Teamchef Fred Vasseur will davon jedoch nichts wissen und erklärt mit Klarheit, worauf es im Formel-1-Jahr 2026 ankommt.
„Nächstes Jahr geht es nicht um das erste Bild der Saison“, stellt Vasseur gegenüber Autosport unmissverständlich klar. „Es wird sich nicht alles in Australien entscheiden. Entscheidend wird die Fähigkeit, sich schnell weiterzuentwickeln.“ Der Franzose warnt davor, nach dem Saisonauftakt voreilige Schlüsse zu ziehen: „Die Saison ist in Melbourne ganz sicher nicht gelaufen, egal, ob wir P1 oder P10 sind. Der Weg bis zum Ende ist lang, für uns genauso wie für alle anderen.“
Während sich der Winterfokus bislang stark auf Mercedes und deren umstrittene Motorenlösungen richtet, bleibt Ferrari bewusst im Hintergrund. Leidglich ein anderer Ansatz hinsichtlich der Zylinderköpfe bei der Scuderia sorgte für Aufsehen. Vasseur: „Es ist kein Problem, wenn andere Teams die Schlagzeilen dominieren. Für uns zählt nur, was wir auf der Strecke liefern und wie konstant wir das tun können.“
Ferrari-Teamchef Vasseur erwartet packenden Entwicklungskampf
Ein zentraler Punkt ist dabei der Umgang mit Updates und Ressourcen. Vasseur mahnt in diesen Zusammenhang bei der Gazzetta dello Sport zur Zurückhaltung: „Wenn ein Team in den ersten Rennen vier oder fünf große Updates bringt oder für weit entfernte Rennen wie Japan oder China neue Teile verschickt, verbrennt es schnell einen großen Teil des Entwicklungsbudgets.“ Deshalb gelte: „Wir müssen Schritt für Schritt bewerten, wo wir stehen und was wirklich Sinn ergibt.“
Besonders deutlich wird der Ferrari-Boss bei einem Punkt: frühe Tabellenstände seien trügerisch.
„Wer in Melbourne vorne liegt, hat nicht automatisch das Siegerauto des Jahres“, sagt Vasseur. „Entscheidend ist, wer die richtige Richtung einschlägt und sie konsequent weiterentwickelt.“
Ferrari kennt die Gefahren aus eigener Erfahrung – von verheißungsvollen Saisonstarts bis hin zu Updates, die am Ende in die falsche Richtung führten. Genau deshalb setzt Vasseur nun auf Geduld und ein klares Fundament.
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