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Experte warnt: Verzettelt sich Ferrari beim Fahrwerk?

Formel 1 Lewis Hamilton Ferrari
Lewis Hamilton. Credit: Ferrari

Ferrari steht vor der 2026er-Regelrevolution – doch ein Experte sieht schon jetzt Risiken beim Fahrwerkskonzept.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Ferrari steht vor der 2026er-Regelrevolution – doch ein Experte sieht schon jetzt Risiken beim Fahrwerkskonzept.

Bei Ferrari steigt der Erwartungsdruck. Nach einer enttäuschenden Saison ohne Grand-Prix-Sieg richtet sich der Blick voll auf das Auto für 2026. Doch Technik-Experte Gary Anderson meldet ernste Zweifel an. Der ehemalige Jordan-Technikchef sieht ein mögliches Problem schon vor dem ersten Test.

Zwar soll Ferraris neue Power-Unit gute Rückmeldungen bekommen haben, sogar von Neueinsteiger Cadillac nach einem Shakedown in Silverstone. Doch Anderson warnt: Der Motor allein entscheidet nicht. Ein oft unterschätzter Bereich könne den Ausschlag geben: das Fahrwerk.

Pushrod oder Pullrod: Wechselt Ferrari erneut?

Laut spanischen Medienberichten (u.a. Marca) soll Ferrari an der Vorderachse vom Pullrod- zurück auf ein Pushrod-System umgestiegen sein. Eine Entscheidung, die Anderson kritisch sieht. „Das ist eine schwierige Wahl“, erklärte er im The Race F1 Podcast. Persönlich würde er Pullrod bevorzugen, auch wenn es komplizierter zu verpacken sei. Der Vorteil: Wer die Architektur einmal verstanden habe, könne sie gezielt optimieren.

Formel 1 Lewis Hamilton Ferrari
Lewis Hamilton. Credit: Ferrari

Genau hier liegt für Anderson das Risiko: „Wenn man ständig zwischen Konzepten wechselt, kann man keines richtig optimieren.“ Ferrari habe diesen Zyklus in den vergangenen Jahren mehrfach durchlaufen. Sein Rat: Layout festlegen und konsequent weiterentwickeln, statt erneut die Richtung zu ändern.

Cadillac entscheidet sich für Pullrod

Bemerkenswert: Ferrari-Kunde Cadillac hat sich für die eigentlich komplizierter umzusetzende Variante Pullrod entschieden. Darauf lassen Bilder vom Shakedown schließen. Anderson lobt diese Konsequenz des Neueinsteigers: Wer sich früh festlegt, lerne schneller und verliere weniger Zeit. Ferrari hingegen drohe, sich mit einem erneuten Wechsel selbst auszubremsen.

Ein mögliches Problem: Nach dem Weggang von Enrico Cardile zu Aston Martin liegt die Entwicklung des SF-26 nun in den Händen von Loïc Serra. Der Ex-Mercedes-Mann arbeitet erstmals ohne klare Referenz aus dem Vorjahr. Die Regelrevolution 2026 setzt alles auf Null. Gerüchteweise orientiert sich Serra an McLaren, deren mutige Entscheidungen zuletzt Titel brachten. 

Allein: Für die Fahrer Lewis Hamilton und Charles Leclerc zählt am Ende nur eines: ein berechenbares, gut abgestimmtes Auto.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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