Formel 1

Wie stark ist Ferrari wirklich?

Formel 1 Monaco GP 2021 Ferrari Leclerc
Charles Leclerc. Credit: Ferrari

Selbst Lewis Hamilton und Max Verstappen sind ob der Doppelbestzeit von Ferrari in Monaco verblüfft. Wie gut ist das älteste Formel-1-Team aller Zeiten?

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Selbst Lewis Hamilton und Max Verstappen sind ob der Doppelbestzeit von Ferrari in Monaco verblüfft. Wie gut ist das älteste Formel-1-Team aller Zeiten?

Erleben wir beim Monaco-GP die Wiederauferstehung von Ferrari? Lokalmatador Charles Leclerc holte sich vor seinem Stallgefährten Carlos Sainz die Bestzeit.

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Sogar Weltmeister Lewis Hamilton ist verblüfft: „Ferrari sieht wirklich stark aus. Das hat mich überrascht, dass sie sich so sehr verbessert haben. Aber das ist großartig. Das bedeutet mehr Konkurrenz.“

Max Verstappen, vor dem Rennwochenende als großer Favorit gehandelt, wirkt dagegen frustriert: „Ich bin überrascht, wie stark Ferrari ist. Das zeigt andererseits aber auch, wie schwach wir sind. Wir sind zu langsam. Und nicht nur ein bisschen, sondern ziemlich! Wir müssen einiges an Tempo finden. Das Auto hat sich auch nicht gut angefühlt. Unser bisher schwierigstes Wochenende.“

Ferrari nur mit leerem Tank unterwegs?

Formel 1 Ferrari Carlos Sainz Monaco GP FP1
Carlos Sainz. Credit: Ferrari

Doch was sind die Zeiten von Ferrari wirklich wert? Fakt ist: Monaco war in der Vergangenheit nicht wirklich die Lieblingsstrecke von Ferrari. In den vergangenen 20 Jahren gewann das Traditionsteam gerade mal zwei Grands Prix im Fürstentum – 2001 mit Michael Schumacher sowie 2017 mit Sebastian Vettel.

Sky-Experte Ralf Schumacher glaubt, dass Ferrari – wie so oft 2020 und 2021 – voll aufs Qualifying geht. „Die haben auch bei den letzten Rennen sehr früh angefangen, Sprit rauszunehmen. Und hier ist das Qualifying noch wichtiger. Ich glaube, dass die nicht mehr viel im Tank hatten.“

Sorgen muss sich vor allem McLaren machen. Zwischen dem britischen Rennstall und Ferrari liegen im Kampf um Rang drei der Konstrukteurs-WM gerade mal fünf Zähler.

Vierter Gang streikt bei Leclerc

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Charles Leclerc. Credit: Ferrari

McLaren-Star Lando Norris, der seinen Kontrakt mit McLaren bis mindestens Ende 2023 verlängert hat, ist wenig überrascht von der Ferrari-Performance. „Sie waren in der letzten Schikane in Barcelona sehr schnell“, erinnert er. „Das war bereits ein Vorgeschmack auf Monaco. Wir wissen, wo sie schnell sind und wo nicht. Und diese Strecke passt sehr gut zu ihnen.“

Allein: Perfekt lief der Trainings-Donnerstag auch bei Ferrari nicht. Charles Leclerc verpasste einen Großteil der ersten Session, weil sich der vierte Gang nicht mehr einlegen ließ. Auf dem 23-Jährigen lastet enormer Druck: Er könnte nach Louis Chiron (1931 im Bugatti) der zweite Monegasse werden, der das Heimrennen gewinnt. Bisher schied er aber bei all seinen Monaco-Teilnahmen aus.

Ferrari-Rennleiter Mattia Binotto zeigt sich nach dem Trainingsauftakt jedenfalls zufrieden: „Es war wichtig zu sehen, dass wir nach der schwierigen Saison 2020 die Wende schaffen. Wir erkannten schon beim Wintertest in Bahrain, dass wir ein gutes Auto haben. Aber wir wollten keine voreiligen Schlüsse ziehen, denn Bahrain ist keine typische Formel-1-Strecke. Inzwischen konnten wir solide Rennwochenenden zeigen, und der Wagen war überall konkurrenzfähig.“

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Autor

Michael Zeitler
Michael Zeitler

Nach dem Politikwissenschaftsstudium stellte er fest: Interessant, aber der Motorsport ist dann doch spannender. Als Kind der Schumi-Ära hat Michael Zeitler kaum ein Formel-1-Rennen verpasst und Gefallen auch an anderen Rennserien wie der IndyCar gefunden. Nach ersten journalistischen Erfahrungen, etwa im Regionalfernsehen, kam er im Oktober 2015 als Volontär und schließlich als Redakteur zu AUTO BILD MOTORSPORT. Seit 2020 gehört er zum Team F1-Insider.


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