Formel 1

Ferrari-Teamchef wackelt: „Ich wusste, dass Scheiße…“

Formel 1 Frederic Vasseur Ferrari 2025
Frederic Vasseur. Credit: Ferrari
Ralf Bach
Ralf Bach

Der Ferrari-Chef steht im Sturm: Nach Frustrennen, internen Spannungen und Gerüchten um Christian Horner geht Frederic Vasseur in die Offensive. Der GP der USA wird zum Prüfstein – für ihn und für Ferrari.

Der Stuhl des Ferrari-Teamchefs war schon immer ein Schleudersitz. Das bekommt jetzt auch Frederic Vasseur zu spüren …

Der Franzose geht vorm Grand Prix der USA in Austin an diesem Wochenende nach dem Gerüchtebeben der vergangenen Tage in die Offensive. „Wir wissen, dass wir das Potenzial unseres Pakets in den letzten Rennen nicht voll ausgeschöpft haben, aber das Team ist vereint und fest entschlossen, den Kurs zu ändern“, bläst er zur Attacke auf die eigenen Fehler und Unzulänglichkeiten. Noch liegen die Italiener in der Konstrukteurs-WM auf Rang drei, doch Red Bull kommt mit großen Schritten näher.

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari Baku Aserbaidschan 2025
Charles Leclerc und Lewis Hamilton. Credit: Ferrari

Allein: Die Worte des Franzosen sind als Kampfansage mehr an seine eigenen Mitarbeiter in Maranello gerichtet als an die Öffentlichkeit. Aus gutem Grund: Ein rauer Wind weht durch die Fabrikhallen des italienischen Traditionsteams, das zwischen einem mühsamen Saisonende und der Regel-Revolution 2026 zerrieben zu werden droht.

Ferrari wartet seit 17 Jahren auf einen WM-Titel

Hintergrund: Seit 17 Jahren wartet Ferrari auf einen WM-Titel – und jedes Mal, wenn das Reglement wechselt, scheint der rote Riese zu stolpern. Klar ist deshalb: Fehler sind jetzt keine Option mehr.

Hinter Vasseur liegen zwei Wochen voller Unruhe: Frustrennen in Singapur, angebliche Spannungen zwischen ihm und Streckentechnik-Chef Matteo Togninalli (von Ferrari dementiert) – und dann das explosive Gerücht, das die F1-Welt aufrüttelte: Fiat- und Ferrari-Patriarch John Elkann soll darüber nachdenken, Vasseur trotz gerade erst erfolgter Vertragsverlängerung rauszuschmeißen und den von Red Bull entlassenen Christian Horner als Teamchef anzuheuern.

Nach Informationen von F1-Insider sorgte das beim Franzosen für Irritationen und im Team für extreme Unruhe. Allein: Ferrari-Präsident John Elkann hätte die Spekulationen mit einem einfachen Statement ins Reich der Fabel verweisen können, tat das aber nicht.

Vasseur: „Ich wusste, dass Scheiße auf mich einprasseln würde“

Im Interview mit dem amerikanischen Magazin The Athletic erklärt Vasseur, wie er mit den Gerüchten umgeht: „Ich bin seit 30 Jahren in diesem Sport“, betont der französische Manager da, „und ich wusste genau, dass ich der Kritik ausgesetzt sein würde, dass Scheiße auf mich einprasseln würde. Ich wusste, dass ich mit dem Druck leben muss, denn er ist Teil der DNA der Formel 1.“

Auch deshalb will er wie der Fels in der stürmischen Brandung sein. In Austin soll die Scuderia aus der Krise herausfahren und den Gerüchten davonrasen. Die Chance ist da, denn mit dem Sprintrennen sind in Texas 58 Punkte zu vergeben. Vorher aber muss die Scuderia die Bremsprobleme aus Singapur in den Griff kriegen. Fest steht: Der GP der USA wird ein Prüfstein werden. Für Vasseurs Zukunft und für die von Ferrari.

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Autor

Ralf Bach
Ralf Bach

Ralf Bachs Zuhause ist der Formel-1-Zirkus. Seit rund 30 Jahren berichtet er für SPORT BILD, AUTO BILD MOTORSPORT, SPORT1 und das Ippen-Netzwerk (TZ München, Frankfurter Rundschau) von der Königsklasse. Für seine exklusiven Stories wurde er in die „Paddock Hall of Fame“ der Formel 1 aufgenommen. Auf F1-Insider.com schildert er, wie die Protagonisten ticken. Twitter: @ralfbond


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